Eine Frau aus Amsterdam lässt sich mit ihrem Hund auf einem Gehöft im Mecklenburgischen nieder. Es ist kalt, feucht, unwirtlich. In den verfallenen Gebäuden und im Boden findet sie Reste des Lebens voriger Bewohner, unterhält sich mit den Einheimischen, rekonstruiert Geschichte und übt sich im Alleinsein.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 17.11.2010
Gesteigertes Interesse ist schon vonnöten, um dem Buch der Journalistin Pauline de Bok etwas abzugewinnen. Dies die Warnung, die Meike Fessmann vorausschickt. Dann aber kann der Leser durchaus etwas erleben an der Seite einer Frau auf der Suche nach, ja nach was eigentlich? Fessmann folgt der Autorin in ein Kaff nahe Prenzlau und schaltet erst einmal einen Gang runter: karge Sprache, eher registrierend und dokumentierend als klärend, und doch wird die Rezensentin nicht ungeduldig, folgt de Bok zu den Menschen im Ort, ihrer Geschichte von Vertreibung und Umsiedlung und fragt sich doch immer wieder, was de Bok hier vorhat, eine Chronik des Ortes vielleicht, der Angst, auch der eigenen? Und Fessmann wird fündig: Hier fallen Maden von der Decke, dort lässt sich die Tür in der Unterkunft der Autorin nicht mehr öffnen, "Bewährungsproben", nennt Fessmann das. Eine Selbsterkundung mit Momenten historischer Recherche und Zeitlupen-Reportage, die Fessmann mit ihrer Ruhe und Handfestigkeit durchaus magisch anfasst.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 12.10.2009
"Eine neue Art der Geschichtsschreibung" leistet Pauline de Bok mit "Blankow oder Das Verlangen nach Heimat", attestiert ihr Rezensentin Dorothea Dieckmann. Pauline de Bok versetzt ihre Ich-Erzählerin in ein verfallenes Haus in Mecklenburg, wo es, inmitten von Tristesse, Kälte und Stromausfall zunächst "um die Existenz" geht. Bald aber erkundet sie ihre Umgebung anhand von Fundstücken, Gesprächen mit Nachbarn und Archivgängen, beobachtet Dieckmann. Daraus ergibt sich ein "aufwühlendes Ensemble" aus aufgefundenem Material, Kommentaren der Erzählerin und deren Befindlichkeit. Bei alldem gelingt es der Autorin, die Balance zwischen Naivität und Distanz zu halten, lobt die Rezensentin. Eine zentrale Frage von Pauline de Boks Buch ist für Dorothea Dieckmann, ob die Vergänglichkeit des Lebens von der Rekonstruktion der Vergangenheit gemildert werden kann. De Boks Antwort scheint wenig tröstlich auszufallen.
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