1 CD, 70 Minuten. Komposition: Giora Feidman. Gesprochen von Ben Becker. Live-Mitschnitt. Paul Celans "Todesfuge" gilt als eines der Schlüsselgedichte des 20. Jahrhunderts, seine Gedichtbände zählen zu den wichtigsten Werken der deutschen Nachkriegslyrik. Gelesen von Ben Becker und von Giora Feidman meisterhaft in Melodien gesetzt, wird offenbar, was Celans Gedichte auszeichnet: nicht nur Schwermut, wie man angesichts seiner Biografie meinen könnte, sondern Menschlichkeit in einer Intensität, die den Zuhörer bereichert.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.10.2013
Mehr Hilflosigkeit gegenüber Celan, das ist es, was Elisabeth Wagner sich wünscht. Ihr gefällt nämlich sehr gut, wie Giora Feidman nicht besitzergreifend und Abstand wahrend die laut Wagner zwar sympathische, doch tüchtig misslungene Celan-Lesung Ben Beckers instrumentiert. Aber Becker! Dieser Grobian, dieser wacklige Kandidat in Geschmacksdingen! Was als Hommage, als Umarmung gedacht war, für Wagner ist es ein fast Affront. Weil Becker seine Herrschsucht nicht beherrscht, die Stimme schon, doch nicht das Verschweigen. Gerade darauf aber kommt es für Wagner an bei der Lyrik Paul Celans.
Rezensent Alexander Cammann ist erstaunt, dass Paul Celan die Harley-Davidson-Stimme Ben Beckers aushält. Aber sie tut es, verrät der Rezensent, und zusammen mit der Musik Giora Feidmans ist dieser Vortrag sogar beinahe so etwas wie ein gelungenes Projekt. Becker zeigt zwar, dass er nicht bloß "der brachiale blonde Kraftmeier" ist, sondern durchaus Gefühle zeigen kann. Die würden allerdings eher dargeboten, weniger durchgeformt, erklärt der Rezensent. Bei so harter Konkurrenz wie Christian Brückner oder Jens Harzer wird es für Becker wohl schwer sich zu behaupten, vermutet Cammann. Aber weil mehr Celan grundsätzlich besser ist, wünscht er Becker und Feidmann trotzdem viel Erfolg.
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