Aus dem Koreanischen Andreas Schirmer. Die zehn Geschichten dieses Bands umkreisen tiefsitzende Probleme, an denen sich innerhalb der letzten eineinhalb Jahrzehnte nicht viel gebessert hat. Park Min-gyu erzählt von diesen Schieflagen und Übelständen aber auch auf unerhörte Art. Das vermeintlich sattsam Bekannte und zum Überdruss Ausdiskutierte wird so wieder interessant, die Abstumpfung aufgehoben. Von Anfang an eine Sensation, gilt dieser Dauerbrenner schon jetzt als bestimmt bleibender Klassiker der koreanischen Literatur des 21. Jahrhunderts.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 01.04.2021
Rezensent Steffen Gnam taucht mit den Erzählungen von Park Min-gyu ein in den koreanischen Alltag mit skurrilen Figuren und einem enormen Leistungsethos. Texte über Boatpeople, Wohnungsnot, Staatsmacht und Revolte finden sich laut Gnam im Band. Gefallen hat ihm, dass der Autor seine Charaktere trotz allem menschlich zeichnet und den Aberwitz eines Lebens im Prekariat festhält, die beengte Wohnsituation im Studentenheim oder das Gedränge in der U-Bahn. Kafkaesk, findet Gnam.
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