Herausgegeben von Charles Linsmayer. Erstmals integral in einem Band: die 5 Steckborner Romane, ergänzt um die Biografie des Autors. Eine Schweizer Kleinstadt am Bodensee zur Zeit des Nationalsozialismus: humorvoll und abgründig nachgezeichnet anhand einer Fülle von kauzigen, aber auch eindrücklichen Figuren. Und das erschütternde Drama eines lebenslangen Kampfes zwischen einem autoritären Vater und einem sensiblen intellektuellen Sohn. Eine Ostschweizer Comédie humaine, die in ihrer Eigenwilligkeit zu den lesenswertesten Büchern des zwanzigsten Jahrhunderts gezählt werden muss.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 28.12.2013
Das belletristische Werk des jahrezehntelangen NZZ-Korrespondenten und -Redakteurs Otto Frei ist bei Erscheinen kaum beachtet worden - auch bei seinem eigenen Hausblatt nicht, schreibt Martina Läubli: In den 60ern stieß Freis unzeitgemäße, autobiografisch eingefärbte Schilderung des Schweizer Provinzlebens auf Skepsis. Die vorliegende Wiederveröffentlichung von fünf in einem Band gesammelten Werken - Romane will sie die Rezensentin nicht nennen, da Frei episodisch zugespitzt statt mit dramaturgisch langem Atem erzählt - machen nun aber kenntlich, dass Frei kein Idyllenbeschreiber gewesen ist, sondern sich den "menschlichen Schwächen und Absonderlichkeiten" zugewendet hat. Bewahrt hat er dabei ein Stück des Schweizer Alltags zu Zeiten des Zweiten Weltkriegs, schreibt die Kritikerin. Als zentrales Motiv kristalliert sich dabei die Abarbeitung bis hin zum literarischen Mord am eigenen Vater heraus, erklärt sie weiter: Mutig findet sie hier das wider sich selbst schonungslose Eingeständnis, dass der Autor sich als Jugendlicher aus Trotz zum demonstrativen Antifaschismus seines Vaters sogar kurzweilig für den Hitler-Faschismus begeistern konnte.
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