Omid Nouripour

Kleines Lexikon für MiMiMis und Bio-Deutsche

Cover: Kleines Lexikon für MiMiMis und Bio-Deutsche
dtv, München 2014
ISBN 9783423260329
Broschiert, 200 Seiten, 14,90 EUR

Klappentext

Ist eine "Fiktionsbescheinigung" ein ärztliches Attest über Halluzinationen? Sind "Pass-Deutsche" Mittelfeldspieler in der deutschen Nationalmannschaft? Ist eine "Vorbereitungsgesellschaft" eine Alien-Kolonie, die die Ergreifung der Weltherrschaft plant? Nein, alle drei Begriffe stammen aus der sogenannten "Ausländer-Debatte" in Deutschland. Eine "Fiktionsbescheinigung" ermöglicht Menschen ohne deutschen Pass einen vorübergehenden Aufenthalt in diesem Land. Als "Pass-Deutsche" bezeichnet die NPD Eingebürgerte, um sie von den Deutschen nach dem "Blutsprinzip" zu unterscheiden. Die "Vorbereitungsgesellschaft" ist eine von führenden Intellektuellen geprägte Bezeichnung muslimischer Milieus in Deutschland. Omid Nouripour sammelt solche Begriffe und erklärt sie, manchmal nicht ohne Zorn, aber häufig mit einem Augenzwinkern. Denn er findet, dass die Ausländer-Debatte in unserem Land mittlerweile so erbittert geführt wird, dass es uns allen gut täte, wenn wir mehr über uns selbst lachten.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 19.12.2014

Omid Nouripour, Bundestagsabgeordneter und außenpolitischer Sprecher der Grünen, hat in einem kleinen Band wichtige Begriffe und amüsante Anekdoten aus der Debatte um Integration und Migration in Deutschland versammelt, berichtet Arnd Festerling. Sein "Kleines Lexikon für MiMiMis und Bio-Deutsche" - für Mitbürger mit Migrationshintergrund und solche ohne, erklärt der Rezensent - schafft es, mit erstaunlich knappen, klaren Kommentaren (etwa zum Kopftuchverbot) zu überraschen, nachdem man gerade von einer Fatwa gelesen hat, die muslimischen Schülerinnen die Teilnahme an Klassenfahrten verbieten sollte, falls diese sich weiter als einen Kameltagesritt vom Heimatort entfernten, so Festerling. Selbst wenn man der Meinung ist, dass Humor in dieser Debatte nichts verloren habe, lohnt sich dieses Buch also, verspricht der Rezensent.