Was es heißt, jenen einzigen Menschen zu finden, der die große Liebe bedeutet: Nichts Geringeres beschreibt Oliver Polak in seinem neuen Buch "L'amour numérique". Oder, um es mit der Band Toto zu sagen: "Hold the line. Love isn't always on time." In verschiedenen Episoden erzählt er von den erhebenden und ernüchternden Herausforderungen der modernen Liebe. Search, Swipe and Date - so beginnen immer wieder die Abenteuer vor der Kulisse des romantischsten aller Orte, dem Pariser Café. Und die so arrangierten Begegnungen enden mal im Fauxpax, dann wieder entwaffnend menschlich. Ein Seelenstriptease des inneren Ichs, denn am Ende begegnet der Protagonist nur einer Person: sich selbst. Trifft er die Frauen, um sie zu lieben, oder trifft er sie nur, um sich selbst nicht zu lieben?
Knapp, aber nicht ohne Sympathie schreibt Marie-Luise Goldmann über den neuen, erneut autobiografisch geprägten Roman von Oliver Polak. In zwanzig Kapiteln erzählt ihr der Comedian hier von trostlosen Dating-Versuchen per App in verschiedenen Städten, von Leere, bizarren Dialogen und Sex-Dates. Mitunter amüsiert sich die Rezensentin, etwa wenn der Protagonist nach Tipps für gute Comedians gefragt wird, nachdem er gerade informierte, selbst Comedian zu sein. Spannend ist manche Episode auch, philosophische Reflexionen und Innenschau sind Polaks Sache allerdings nicht, winkt die Kritikerin ab. Und dennoch empfiehlt sie das Buch auch als "MeToo-Roman" für Männer.
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