Klappentext
Aus dem Englischen von Mirjam Nuenning. USA, 1976. Die junge Schwarze Schriftstellerin Dana zieht mit ihrem weißen Ehemann Kevin in eine neue Wohnung. Doch schon beim Einzug wird sie urplötzlich und gegen ihren Willen ins Jahr 1815 versetzt - auf eine Plantage in den US-amerikanischen Südstaaten. Dort rettet sie Rufus, dem Sohn des Sklavenhalters, das Leben. Rufus hat die Fähigkeit, sie durch Raum und Zeit herbeizurufen, wenn er in Gefahr ist. Dana muss das Trauma ihrer Vorfahren durchleben - und um ihre Freiheit in Vergangenheit und Gegenwart kämpfen.
BuchLink. In Kooperation mit den Verlagen (Info)
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 08.04.2026
Nicht nur, weil dieser Roman der 2006 verstorbenen Amerikanerin Octavia E. Butler bereits 1976 im Original erschienen ist, tritt Rezensentin Sylvia Staude hier eine Zeitreise an. An der Seite von Ich-Erzählerin Dana lässt sich die Kritikerin aus dem Jahr 1976 ins 1815 beamen, denn der junge weiße Rufus, Sohn eines Plantagenbesitzers, hatte die in New York lebende Afroamerikanerin zwecks Rettung "gerufen", erfahren wir. Egal ob Rufus als Kind fast ertrinkt oder als Heranwachsender zusammengeschlagen wird, immer wieder muss Dana, bald besser ausgerüstet, etwa mit Aspirin, aufkreuzen, um Rufus zu retten. Vor allem aber ist es die Sklaverei, um die es Butler in diesem Roman geht, wenn sie ihre Zeitgenossin Dana diese in aller Brutalität erleben und schildern lässt. Distanziert, mitunter sogar "hölzern" erzählend, scheint Butler in erster Linie die Dynamiken verstehen zu wollen, die zu einer gesellschaftlichen Akzeptanz der Sklaverei führen, überlegt Staude. Da sich Übersetzerin Mirjam Nuenning allerdings dafür entschieden hat, beispielsweise von "Versklavten" statt von "Sklaven" zu sprechen, rät Staude, lieber zum englischsprachigen Original zu greifen.
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