Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 27.02.2004
Das Stillleben, weiß Valeska von Rosen, hat seit jeher einen Platz am unteren Ende der Bewertungsskala für Bildende Kunst inne, richtet es doch sein Interesse auf die scheinbar "trivialen Dinge des Lebens". Auch die theoretisch fundierte Kunstgeschichte konnte mit dem Genre zumeist recht wenig anfangen, da ein Stillleben keine narrative Struktur aufweist. Zum Glück, so die Rezensentin, gibt es Norman Brysons "höchst anregende" Studie, die Stillleben aus verschiedenen Epochen nach "konzeptuellen Bedingungen und Implikationen untersucht" und dabei dem alten Deutungsmuster der "unmittelbaren Nachahmung der Natur" neue Überlegungen entgegensetzt: Realismus sei für viele Künstler bloße "Rhetorik", so zitiert sie Bryson, die dazu diene, bestimmte Absichten zu verwirklichen, beispielsweise den "Gesichtssinn" des Betrachters anzuregen oder das Vertraute vor seinen Augen unvertraut werden zu lassen. Bestimmt hätte Rosen also die nun endlich, nach zehn Jahren, erschienene deutsche Übersetzung mit lautem Beifall begrüßt, wäre diese in ihren Augen nicht "leider gänzlich" verunglückt; der deutsche Text strapaziere "nicht nur das Sprachempfinden des Lesers", sondern sei aufgrund der sturen Wort-für-Wort-Übertragung "zum Teil schlicht unverständlich". Man greife also weiterhin zum englischen Original.
Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Nelio Biedermann: Lázár Alles beginnt, sogar das Ende, als Lajos von Lázár, das blonde Kind mit den wasserblauen Augen, zur Welt kommt. Seinem Vater, dem Baron, wird der Sohn nie geheuer sein, als… Lukas Rietzschel: Sanditz Ein imposantes Bild der deutschen Gesellschaft - von der DDR bis in die GegenwartSanditz, eine Kleinstadt am Rande der Republik. Hier leben alte Offiziere, Bürgerrechtler,… Elizabeth Strout: Erzähl mir alles Aus dem Englischen von Sabine Roth. Elizabeth Strout kehrt zurück in die Küstenstadt Crosby in Maine - zu ihren Heldinnen Lucy Barton und Olive Kitteridge. Es ist Herbst…