Nora Gomringer

Morbus

Cover: Morbus
Voland und Quist Verlag, Dresden und Leipzig 2015
ISBN 9783863910976
Kartoniert, 64 Seiten, 17,90 EUR

Klappentext

Illustration: Reimar Limmer. Berühmte Lyriker waren Ärzte, noch berühmtere Lyriker waren Patienten und alle hatten sie Körper, die an der einen oder anderen Krankheit litten. So ist das Mensch-Sein: jede Biografie auch eine Krankenakte. Was aber, wenn die Krankheit selbst spricht? Sie sich zu ihrem Verhalten äußert, sie sich selbst beschreibt? Gomringer und Limmer legen nach den "Monster Poems" einen nicht ganz düsteren, nicht ganz ernsten Band über Morbus, Krankheit, vor, fühlen Puls, wiegen, vermessen und schieben ein paar Zäpfchen nach. Und wieder bricht dabei Sprache auf, Bild zu werden und Bild bricht auf, sich in Sprache zu übersetzen. Nur Gesundheit bleibt … relativ. Nora Gomringer hat nach 25 Monstern 25 Krankheiten beschrieben, beleuchtet und (dichterisch) behandelt. Der zweite Band der Lyriktrilogie "Monster - Morbus - Mode", die vermeintlich Oberflächliches mit Grafiken von Reimar Limmer tiefer führen will, heilt niemanden, hilft aber vielleicht.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.10.2015

Christian Metz empfiehlt diesen Band mit Gedichten von Nora Gomringer zur Ansteckung. Das Schalkhafte, Augenzwinkernde von Gomringers Texten kommt darin gut rüber, ebenso das Rasante, das zum Vortrag Drängende, wie Metz es nennt. Von wem die Gedichte am besten vorgetragen werden, da ist sich der Rezensent vollkommen sicher: Nora Gomringer. Doch auch wenn er die Texte im Band selber liest, die Stimme der Autorin im Ohr, überkommt ihn ihre "Lust am Chiasmus", in diesem Fall zwischen Kunst und Medizin und den Gedichten und den Illustrationen von Reimar Limmer. Wie sich mit "einfachsten" Mitteln große Lyrik machen lässt - leicht, harmlos und doch unheimlich und intrikat - erfährt Metz bei dieser Autorin.
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