In diesem Sommer ist man unter Frauen, Mutter und Tochter und Freundinnen. Aber es gibt auch ein wunderbares Geheimnis - Mathilde hat sich verliebt, zum ersten Mal in ihrem sechsjährigen Leben. In Remi. Er ist sieben, ein Junge mit einer imponierenden Zahnlücke und einem viel zu großen Hemd.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 06.04.2000
An die subtilen Filmkomödien Eric Rohmers fühlt sich der Rezensent mit dem Kürzel "Tlx" beim Lesen
dieses Sommerromans von Noelle Châtelet erinnert, in dem eine altkluge
Sechsjährige Ferien auf dem Bauernhof und erste Erfahrungen in der Liebe
macht. Da sträubt sich Mathilde gegen die geplanten Sommerferien in der
Provence, kommt dann doch auf den Geschmack, als sie Remi und Bénédicte
kennenlernt und fällt aus allen Wolken, als die Ferien plötzlich zu Ende
gehen: eine kleine Katastrophe für die junge Dame vom Schlage einer Zazie,
die hier allerdings, schreibt "tlx", die "Metro gegen einen Kuhstall
eingetauscht" hat. Châtelet gelingt es, meint "tlx ", sich mit "ihrer naiv
gehaltenen Sprache" ohne großes Getue "in den Kokon kindlicher Denk-und
Fühlweise" einzufühlen.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 22.03.2000
Margrit Irgang schwärmt von diesem Roman, den sie ganz in die Farben der Provence, vor allem das Sonnenblumengelb gestaucht sieht. Mit großem Erstaunen berichtet sie, wie glaubhaft es Chandernagor gelinge, die Liebesgeschichte eines sechsjährigen Mädchens in den Sommerferien zu erzählen - als Erklärung dazu fällt ihr ein, dass Chandernagor die Symptome der Verliebtheit genau wie bei einer Erwachsenen schildere, die Konkurrenz zur siebenjährigen Bénédicte, die so verdammt hübsch ist, die Erfahrung, dass es nicht tunlich sei, sich in seinem Gefühlsüberschwang ausgerechnet der besten Freundin zu öffnen - all das, so die Rezensentin, seien Wirren und Wahrheiten der Verliebtheit, die eine erwachsene Frau nur bestätigen könne.
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