Nils Goldschmidt, Michael Wohlgemuth (Hg.)

Die Zukunft der Sozialen Marktwirtschaft

Sozialethische und ordnungsökonomische Grundlagen
Mohr Siebeck Verlag, Tübingen 2004
ISBN 9783161482960
Broschiert, 281 Seiten, 44,00 EUR

Klappentext

Die andauernde Debatte um die Zukunft der Sozialen Marktwirtschaft produziert täglich neue Schlagzeilen mit detaillierten Vorschlägen zur Umgestaltung unseres wirtschafts- und sozialpolitischen Systems. So notwendig die einzelnen Reformansätze sowohl für die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands und Europas als auch für die Überlebenschancen der sozialen Sicherungssysteme sind, so wenig können sie darüber hinwegtäuschen, daß eine grundlegende konzeptionelle Auseinandersetzung mit dem Thema kaum stattfindet. Eine solche Auseinandersetzung ist jedoch für eine nachhaltige, gesellschaftlich akzeptierte Neuorientierung der Sozialen Marktwirtschaft unerläßlich. Diesem Mangel einer grundlegenden ordnungsökonomischen Debatte ist das Walter Eucken Institut mit dem 1. Freiburger Symposium zur Ordnungsökonomik entgegengetreten, das im September 2003 stattgefunden hat. Der Band dokumentiert die Referate dieses Symposiums.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.04.2005

Ein wenig fühlt man sich durch die Rezension dieses dem Sozialstaat und seiner Reformfähigkeit gewidmeten Buches an die Debatten bei Sabine Christiansen erinnert. Das klingt alles sehr abgründig. Eine Lösung ist nicht in Sicht. Gleichwohl begrüßt Norbert Tofall das von Nils Goldschmidt und Michael Wohlgemuth, Forschungsreferenten des Freiburger Walter-Eucken-Instituts, herausgegebene Buch "Die Zukunft der Sozialen Marktwirtschaft". Mit Kant und dem Grundgesetz nähert das Werk sich dem Widerstreit von Interventionismus mächtiger Interessengruppen und prinzipieller Sozialstaatlichkeit. Philosophische Sozialstaatsbegründungen prallen auf ordnungspolitische Praxis. Beiträger sind unter anderen Viktor Vanberg, Ingo Pies, Wolfgang Kersting, Alfred Schüller und Gebhard Kirchgässner. Am Ende steht eine Einsicht, die schon Roman Herzog in einem Kommentar zum Grundgesetz herausgearbeitet hat, wonach ein "Grundwiderspruch" besteht zwischen Rechtsstaats- und Sozialstaatsprinzip, der "pragmatisch regelbar, aber nicht wirklich lösbar" ist. Der Rest liegt - leider, wie man den Rezensenten seufzen hört - in den Händen der Volksparteien.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 03.07.2004

Wie kann die Soziale Marktwirtschaft bewahrt werden in den unfreundlich gewordenen Verhältnissen der Gegenwart? Das ist die Frage, der sich dieser eine Tagung vom letzten September dokumentierende Band in mehreren Aufsätzen widmet. Grundsätzlich geht das Problem der Philosoph Wolfgang Kersting mit seiner Untersuchung liberaler und egalitaristischer Modelle an. Er bestimmt den Staat als Einrichtung, die "die 'Marktfähigkeit' der Bürger sichert, nicht aber eine vom Markt unabhängige Bürgerlichkeit" garantiert. Gleichfalls für den Rückzug des Staates plädiert der Professor für christliche Sozialwissenschaft Gerd von Ockenfels: als Garanten im Fall wirtschaftlicher Probleme favorisiert er die Familie. Der Rezensent (Kürzel "pra") beschränkt sich weit gehend aufs Referat, lobt aber, dass das Buch eine "genauere Beleuchtung" der aktuellen Reformdebatten erlaubt.