Nikolaus von Kues

Vom Frieden zwischen den Religionen / De pace fidei

Lateinisch und deutsch
Cover: Vom Frieden zwischen den Religionen / De pace fidei
Insel Verlag, Frankfurt am Main 2002
ISBN 9783458171379
Gebunden, 151 Seiten, 19,90 EUR

Klappentext

Herausgegeben und übertragen von Klaus Berger und Christiane Nord. Anlass des Jerusalemer Dialogs "Vom Frieden zwischen den Religionen" war ein Ereignis, das die Alte Welt in ihren Grundfesten erschüttert hatte: die Eroberung Konstantinopels am 29. Mai 1453 durch die Türken. Dabei war es auf beiden Seiten zu unvorstellbaren Grausamkeiten gekommen. Gegen den religiösen Fanatismus und die Inhumanität des Krieges setzte Kues seine Idee der Ökumene, der einen Religion, die sich in regionaler Mannigfaltigkeit ausdrücken kann und soll, seine Idee der Toleranz, der Verständigung: ein sensationeller Text des 15. Jahrhunderts, von überraschender Aktualität. Zwei Dinge sind an dieser Schrift besonders erstaunlich: erstens, dass sie geschrieben wurde, und noch dazu von einem Kardinal der katholischen Kirche, und zweitens, dass sie von dieser Kirche nie verboten wurde.

Im Perlentaucher: Rezension Perlentaucher

Seit dem 11. September vergangenen Jahres häufen sich die Gespräche zwischen Moslems, Christen und Juden. Keine evangelische Akademie, die glaubt, ohne eine derartige Veranstaltung auskommen zu können. Nach dem Fall von Konstantinopel (am 29. Mai 1453) setzte sich einer der bedeutendsten Kirchenpolitiker und Theologen der Geschichte des christlichen Abendlandes und inszenierte eine ähnliche Debatte. In seinem Kopf, auf seinem Schreibtisch. Nikolaus von Kues (1401 bis 1464) schrieb "Über den Frieden unter den Religionen". Es ist kein Traktat, sondern eine Folge von imaginären Gesprächen zwischen Christen, Juden, Moslems und Hindus, getragen vom Willen, Gemeinsames deutlich zu machen...
Lesen Sie mehr in Arno Widmanns 'Vom Nachttisch geräumt'

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 24.12.2002

Acht Jahre liegen zwischen beiden Büchern "Vom Frieden zwischen den Religionen" und den "Philosophisch-theologischen Werken", berichtet Otto Kallscheuer, acht Jahre, die Cusanus' Sichtweise auf Rom, Byzanz und den drohenden "Türkenkreuzzug" verändert hätten. Nikolaus von Kues' Lesart des Korans sei in den späteren Schriften weniger freundlich ausgefallen, meint Kallscheuer. Der Rezensent stellt Nikolaus von Kues alias Nikolaus Cusanus, wie er in Italien hieß, als politischen Intellektuellen und Reformer des 15. Jahrhunderts vor, ein Humanist und undogmatischer Denker, der, wie Kallscheuer schreibt, Mathematik und Philosophie, Theologie und Welterforschung "noch in einer negativen Dialektik" zusammenbringen konnte; so ungewöhnliche Wege sein Denken auch beschreiten mochte, so handelte er doch "durch und durch katholisch", fasst Kallscheuer zusammen. Nur eine Reform der kirchlichen Institutionen bei gleichzeitiger Ausweitung des Kirchenstaates Richtung Osten sei für den Realpolitiker denkbar gewesen. "Vom Frieden zwischen den Religionen" stellt für Kallscheuer eher einen Abgesang auf eine misslungene "Osterweiterung" dar, ein sokratischer Dialog mit einem sehr platonischen Christus, bemerkt der Rezensent, der Kraft des Wortes zu überzeugen habe. Ein Religionsgespräch, ein Dialog im heutigen Sinne könne man dies wohl kaum nennen. Sehr lesenswert, lobt der Rezensent und bekrittelt die Übertragung in ein "vielleicht allzu aktuelles Deutsch".

Beliebte Bücher

Nelio Biedermann. Lázár - Roman . Rowohlt Berlin Verlag, Berlin, 2025.Nelio Biedermann: Lázár
Alles beginnt, sogar das Ende, als Lajos von Lázár, das blonde Kind mit den wasserblauen Augen, zur Welt kommt. Seinem Vater, dem Baron, wird der Sohn nie geheuer sein, als…
Heike Geißler. Michaela Kohlhaas - Roman . Suhrkamp Verlag, Berlin, 2026.Heike Geißler: Michaela Kohlhaas
"Das Rechtgefühl machte ihn zum Räuber und Mörder." So erzählt es Heinrich von Kleist in seiner gleichnamigen Novelle über den Pferdehändler Michael Kohlhaas, der nach erlittenem…
Robert Seethaler. Die Straße - Roman . Claassen Verlag, Berlin, 2026.Robert Seethaler: Die Straße
Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in…
Petra Morsbach. Orion - Roman . Penguin Verlag, München, 2026.Petra Morsbach: Orion
Nora lernt bei einem Studentenjob ihren späteren Mann kennen, einen Archivar. Sie wird Lehrerin für Deutsch und Geschichte in einem oberbayerischen Gymnasium, zieht einen…