Klappentext

Ein japanischer Meister analoger Special Effects sitzt vor einer Schale Tee und rekapituliert sein Leben: Nie hat er einen ganzen Film gedreht, nie ein eigenes Skript verwirklicht, nie besonders auf die Handlung in seinen Projekten geachtet. Aber er hat Riesenmotten auf Schnüren zum Leben erweckt, Monster aus der Tiefe gegeneinander kämpfen lassen und seine Darsteller - Männer in Gummikostümen - immer gut behandelt. In seinem neuen Comic schaut Nicolas Mahler mit trockenem Humor hinter die Kulissen einer vergangenen Filmindustrie und erlaubt einen Blick auf die mühsame Arbeit an der Kunst trashiger Monsterfilme. "Das Ritual" ist inspiriert von der realen Person des Filmtrickmeisters Eiji Tsuburaya, der in Japan durch seine bahnbrechenden Effekte der früheren "Godzilla"-Filme Heldenstatus genießt.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 02.02.2019

In dieser kurzen Graphic Novel setzt sich der Österreicher Nicolas Mahler mit der japanischen Tradition des Monsterfilms "Kaiju Eiga" auseinander, erfahren wir von Rezensent Ralph Trommer. Zentral für die Geschichte dieses Genres ist laut Kritiker der japanische "Special-Effect-Pionier" Eiji Tsuburaya. Der Band wirft in den Augen des Rezensenten mithilfe bunter Farben und zeichnerischem wie schriftlichem Minimalismus einen satirischen Blick auf die "charmante Naivität und pure Sinnlosigkeit" dieser Filme. Auch wenn Mahler ihm damit definitiv Lust gemacht hat, sich wieder einmal von einem solchen Monster-Streifen unterhalten zu lassen, kommt dem Kritiker die kulturelle Deutung des japanischen Monsterfilms hier etwas zu kurz.