Nicol Ljubic

Mathildas Himmel

Roman
Cover: Mathildas Himmel
Eichborn Verlag, Frankfurt am Main 2002
ISBN 9783821809113
Gebunden, 163 Seiten, 16,90 EUR

Klappentext

Es sei an der Zeit, einige Dinge zu tun, die ihr Vater nie geduldet hätte, sagt Mathilda zu ihrer besten Freundin. Julia ist die einzige, mit der sie noch Kontakt hält, seit sie an dem Morgen nach ihrem achtzehnten Geburtstag wortlos das Haus ihrer Eltern verlassen hat - verletzt von der Mitteilung ihres Vaters, dass sie nicht seine Tochter ist. Die Wochen und Monate nach ihrer Flucht in die Großstadt Hamburg sind bestimmt von dem Willen, die Wunde ihrer Biografie zu schließen: mit Sex, mit Euphorie und Schmerz, mit Neugier, Trotz und Wut. Doch je länger Mathilda weg ist, desto blasser wird der Schmerz der Erinnerung. Nachdem sie mit Julia quer durch Europa gereist ist, kehrt sie für kurze Zeit nach Hause zurück - um schließlich für immer gehen zu können.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 20.08.2002

Als Debüt scheint unser Rezensent das Buch immerhin gelten zu lassen. Den Versuch einer jungen Frau, der "Grammatik der Kleinfamilie" zu entkommen, schildere Ljubic "auf verblüffende, manchmal verstörende Weise" schwankend zwischen Empathie und Gefühlskälte. Gewalt, Demütigung, Verstörung, schreibt Marcus Hammerschmitt, kündigen sich nicht mit Theaterdonner an. "Sie geschehen einfach." Dennoch: Auf die an und für sich gelungene Idee, die Kindheit einer Ausreißerin in Rückblenden ("gleichsam im Rückspiegel ihres neuen Autos") erstehen zu lassen, verlässt sich der Autor etwas zu sehr. Das hemmt den Lesefluss. "Perspektivische Unsicherheiten" und die gelegentliche Überzeichnung der Figuren tun das ihrige. "Man nimmt diese Ungeschicklichkeiten mit einem leichten Bedauern wahr."
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