Wir wären doch alle gern ein bisschen schöner! Blonder, muskulöser, um die Hüften eine Spur schlanker. Kein Grund zur Scham, mit diesen eitlen Träumen sind wir nicht allein! Nadia Budde holt die ganze schräge Verwandtschaft - von Onkel Waldemar bis Opa Archibald - jede Menge guter Freunde und illustre Nachbarn auf die Seiten dieses Bilderbuches. Und weil sie alle ganz hinreißend (und so lustig!) sind, wie sie da stehen, hadernd mit dem, was fehlt oder zuviel ist, spricht uns am Ende einer aus der Seele, den der ganze Firlefanz um die Schönheit nicht juckt. Es ist Onkel Parzival, dem ist sein Äußeres egal. Und der findet: "Eins ist wichtig, wie du bist, so bist du richtig!"
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 01.06.2013
Einmal mehr ist Fridtjof Küchemann ganz hingerissen von Nadia Buddes ihm inzwischen so gut bekannten "ungleichmäßigen Strich" eines ausgefranzten Filzstifts, den er auch in dem Kinderbuch "Und außerdem sind Borsten schön!" wiederentdeckt. Eine ganze Schar kurioser Gestalten begegnet Küchemann hier, die allesamt mit einem kleinen, unglücklichen Stachelschwein befreundet sind und unzufrieden mit ihrem Äußeren sind: Während die Eule Brigitte etwa versucht, durch ein Korsett eine dünnere Mitte zu bekommen, beklagt ihr Mann, das Nilpferd, seinen zu dicken Hals. Bald, so der Rezensent, nimmt Budde aber auch die Menschen auf's Korn: Jungs, die von Waschbrettbäuchen träumen und Mädchen, die aussehen wollen wie Elfen, begegnen dem Kritiker ebenso wie von Schönheitsoperationen komplett entstellte Gestalten. Ohne dabei je missionarisch oder anklagend zu sein, betrachte die Illustratorin die Unzufriedenheit und die Träume ihrer liebevoll und "durchdacht" ausgewählten Gestalten, lobt der Rezensent.
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