"Natürlich weiß ich, daß es zweierlei ist, Sehnsucht zu haben oder über Sehnsucht zu schreiben." Ein Werkstattgespräch mit sich selbst: In ihrer Frankfurter Poetikvorlesung gibt Monika Maron dem Leser, der Literatur nicht nur als Inhalt begreift, sondern wissen will, wie sie entsteht, funktioniert, Einblick in den komplizierten Gestaltungsprozeß eines neuen Romans: Sie verwirft immer neue Anläufe, klopft verschiedene Entwürfe auf Konstruktionsfehler hin ab und analysiert selbstkritisch Irrwege.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 16.08.2005
Jürgen Verdofsky hat sich Monika Marons Frankfurter Poetikvorlesung mehr erwartet, in der sie über ihre Arbeit am Roman "Endmoränen" spricht. Ihr Problem war, wie wir Verdofsky Darstellung entnehmen, dass sie zwar eine tragende Ausgangsthese hatte, einen guten Anfang, prima Figuren und einen Schluss - aber einfach nicht wusste, wie sie dies alles verbinden sollte. Doch besonders interessant findet Verdofsky das nicht. Statt von Schreibkrisen hätte er lieber etwas über ihre "ästhetischen Überzeugungen und das Kräftespiel innerhalb ihrer Erzählräume" erfahren. So moniert er "theoretische und andere Ereignislosigkeit" und sorgt sich um Marons "literarisches Temperament". Sein Fazit: "Monika Marons Poetikvorlesung in Frankfurt bleibt eine Verlegenheit."
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 26.05.2005
Die Poetikvorlesung von Monika Maron über das Schreiben ihres jüngsten Romans "Endmoräne", die sie in Frankfurt gehalten hat "bemüht keinen großartigen theoretischen Apparat", sondern entpuppt sich eher als ein "Werkstattbericht", in dem die Autorin über Schreibkrisen, versandende Erzählstränge, Überlegungen zur Schreibperspektive und ähnliches Auskunft gibt, erklärt ein zufriedener Martin Krumbholz. Daneben erzählt Maron auch über wohlmeinende Ratschläge aus dem näheren Umfeld, flicht Reiseberichte ein und streift hin und wieder eben doch poetologische Fragen, etwas die, ob "chronologisches Erzählen" zweckmäßig ist. Das liest sich dann weniger wie eine Vorlesung, als vielmehr als "entspannte, assoziative Erzählung übers Erzählen", so der Rezensent, dem das offensichtlich gefallen hat.
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