Als Monika Helfer noch klein war, war sie ein Mädchen, das Glück und Traurigkeit gut kannte. Manchmal hatte sie Angst, aber gerade dann war sie unerschrocken. Saß stundenlang in einem stillgelegten Brunnen, um die Einsamkeit kennenzulernen. Ging in den See hinein, obwohl sie gar nicht schwimmen konnte. Lief im Trotz hinaus in die Gewitternacht. An ihrer Seite hatte sie oft ihre Schwester. Die beiden Mädchen hielten unverbrüchlich zueinander, durch manchen Streit, durch kummervolle Zeiten hindurch.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.10.2025
Rezensentin Eva-Maria Magel ist begeistert von Monika Helfers Kindheitsgeschichten. Es geht um Schuld und Schrecken, Liebe und Süße, ums Gewissen und allerhand andere "Fährnisse" im Leben des Kindes, erklärt Magel. Wie Helfer schreibt, weniger beschreibt, knapp und unter Auslassungen, gefällt Magel gut, da es Raum lässt und kunstvoll ist. In der Klett Kinderbuch-Reihe ist der Band für Magel der "forderndste". Jungen Lesern wünscht Magel einen sanften Lektürebeistand, der das Traurige, Böse und Tiefe der Stücke zu erschließen hilft.
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