Mona Horncastle

Peggy Guggenheim

Freigeist - Mäzenin - Femme fatale
Cover: Peggy Guggenheim
Molden Verlag, Wien 2025
ISBN 9783222151293
Gebunden, 224 Seiten, 30,00 EUR

Klappentext

Peggy Guggenheim, der Venedig eines der aufregendsten Museen der Moderne zu verdanken hat, galt lange als skandalöses "armes reiches Mädchen" und wurde als "hässliches Entlein" verspottet. Zu Unrecht, wie Horncastles neue Biografie beweist. Als junge Frau im Paris der 1920er Jahre ist sie Teil der literarischen und künstlerischen Avantgarde, wird 1941 zur Fluchthelferin und rettet sich selbst und ihre Sammlung "entarteter Kunst" vor den Nationalsozialisten nach Amerika. Ihre Galerie in New York wird zum Anlaufpunkt europäischer Künstler im Exil und zum Flaggschiff des Abstrakten Expressionismus, den sie 1948 nach Europa bringt. Sie war emanzipiert, engagiert und immer unerschrocken. Eine außergewöhnliche Frau, die den Zeitgeist des 20. Jahrhunderts gefördert hat, als Museen vom Louvre bis zum MET sich einig waren: Das ist keine Kunst.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20.09.2025

Gleich zwei Bücher über Peggy Guggenheim darf Rezensentin Rose-Maria Gropp entdecken: Die reiche Erbin wurde 1898 geboren, 1912 verlor sie ihren Vater beim Untergang der Titanic, ihr Leben wird daraufhin von der emotional abwesenden Mutter und vom üppigen Treuhandfonds bestimmt. Mona Horncastle widmet ihr eine Biografie, die auch die Vorgeschichte ihrer Familie und die Dominanz des Antisemitismus in den Blick nimmt. Nach dem Ersten Weltkrieg kommt Guggenheim mit ihrem Ehemann Laurence Vail nach Paris, der "so erfolglos wie flamboyant" war, lernt dort in unruhigen Zeiten Schriftsteller und Künstler wie Djuna Barnes und Giacometti kennen, unterstützt viele davon finanziell und rettet bedeutende Kunst vor den Nazis nach Amerika, so Gropp. Nach dem Krieg, erfahren wir, zeigt sie die Sammlung in Venedig, bis sie in das Kunstmuseum ihres Onkels übergeht. Für die Kritikerin schafft Horncastle ein sensibles Porträt Guggenheims, ohne zu viel zu deuten. In der gleichen Kritik  bespricht Rebecca Godfreys und Leslie Jamisons Roman "Peggy" - siehe die Notiz zu diesem Buch.

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