Das mehr als zwanzig Jahre umspannende lyrische Frühwerk Mirko Bonnés spielt mit "Trojanern", "Homevideos" und einem "schwebenden ABC", durchmisst Orte voller "Blechmüll" und "Werftschrott" in Landschaften, "wo Kinder nach Patronen graben" und die "Gedächtniseingreiftruppe" "lichterlohe Amseln" ins "Herzland" bannt. Die Gedichte feiern "Lebendigkeitsmomente", begehen "Anschläge auf die Ordnung" und erinnern daran: "Unsere Worte waren zu lang / auf Reisen. / Es wird wieder Zeit für Besuche." "Elis in Venedig" versammelt endlich die frühen, in hochgelobten Bänden und bedeutenden Zeitschriften erschienenen Gedichte eines Meisters der Vergegenwärtigung. Seine sprachmagische Dichtung sei "voller Volten und von einer hoffnungslosen Sinnlichkeit", bescheinigte ihm Helmut Böttiger im Deutschlandfunk Kultur. Von "Elis in Venedig" führen die Linien seiner an Georg Trakl und Günter Eich geschulten, auf E. E. Cummings und Sylvia Plath antwortenden, Marc Aurel und Paul Celan nachhörenden Poetik zu den gefeierten Gedichtbänden "Traklpark" (2012) und "Wimpern und Asche" (2018).
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 05.03.2022
Es "wuchert gehörig" in Mirko Bonnés aus zwanzig Jahren Jahren versammelten Gedichten, seufzt Rezensent Björn Hayer, und meint damit weniger die markante Pflanzenmetaphorik der Texte als deren oft ausufernde Reihungen und Aufzählungen - etwas ermüdend, so Hayer. Trotzdem findet er auch Spannendes in den Gedichten: das permanente "In-Bewegung-Sein" der Sprache, wie ein Lavastrom, die gelegentliche Aufhebung der Zeitlichkeit zugunsten eines unmittelbaren Jetzt, den Mund als "metaphorischen Schwellenraum" von Innen und Außen. Als Vorbild für diesen Stil sieht Hayer ganz klar Rilke mit seiner "die Realität verschiebenden Ästhetik", an die - manchmal - auch Bonnés Lyrik heranreiche.
Juli Zeh: Pony Show Eine prominente Verlegerin unter Mordverdacht. Ein spektakulärer Schwurgerichtsprozess. Und die Frage: Wie verhandelbar ist die Wahrheit? Sie ist über fünfzig, verheiratet… Daniel Kehlmann: Afrika Im Winter 1884 versammeln sich auf Einladung Bismarcks die großen Mächte zu einer Konferenz, auf der ein ganzer Kontinent mit all seinen Reichtümern aufgeteilt werden soll:… Shida Bazyar: Die Lücken Heimesbach im Hunsrück ist ein fiktiver Ort, an dem sich neunzig Jahre deutscher Geschichte in die Mauern und Biografien eingenistet haben. Es ist eine Gemeinde, die ihre… Dana Vowinckel: Anton und Alma Anton und Alma lernen sich bei einem Schüleraustausch in der Bretagne kennen. Jahre später treffen sie sich auf einer Party wieder. Beide kommen aus Berlin und studieren…