Mirjam Pressler

Wundertütentage

(Ab 9 Jahre)
Cover: Wundertütentage
Beltz und Gelberg Verlag, Weinheim 2005
ISBN 9783407798930
Gebunden, 208 Seiten, 12,90 EUR

Klappentext

Wenn man erst neun ist, wird man nicht gefragt, wenn die Eltern umziehen. Jetzt wohnen sie in der Vogelsiedlung, lauter Reihenhäuser, die alle gleich aussehen. Und alle Straßen haben Vogelnamen. Du wirst dich schon eingewöhnen, sagen alle. Schön wär's, denkt Sami, der den alten Kastanienbaum jetzt schon vermisst. Und eines Tages, beim Käfersuchen, wird er von einem Mädchen angesprochen. Sie heißt Nicki und geht in die Parallelklasse. Sami erzählt ihr von seiner wunderbaren Käfersammlung, und Nicki zeigt ihm Minka, eine Katze mit drei Katzenbabys, die Nicki versteckt, damit sie am Leben bleiben. Sami und Nicki kümmern sich um Minka und ihre Jungen. Das lenkt ab. Samis Eltern haben sich in letzter Zeit oft gestritten und jetzt packt seine Mutter ihren Koffer und verreist. Wohin und wann sie wiederkommt, sagt sie nicht. Samis Tage sind nun wie Wundertüten: Man weiß nicht, was drin ist. Langsam freundet er sich mit Jakob an. Und ihm und Nicki gelingt es, ein Zuhause für Minkas Junge zu finden. Und plötzlich ist auch Samis Mutter wieder zurück. Keiner weiß, für wie lange, aber Hauptsache, sie ist wieder da.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 16.03.2005

Heike Byn hat Mirjam Presslers Roman für Kinder gut gefallen. Es geht um den Jungen Samuel, der unter den Streitereien seiner Eltern und seiner Isolation in der Schule leidet und sich deshalb ganz dem Käfersammeln verschrieben hat. Aus Samuels Perspektive erzähle die Autorin, wie sich Samuel langsam aus seinem Eigenbrötlerdasein befreit und lernt, "wie gut es tut, Freunde zu haben", erzählt Byn eingenommen. Sie hebt Presslers Warmherzigkeit und das Verständnis für die Sorgen ihres jungen Helden hervor und preist den "leisen Humor", mit dem die Autorin von den "großen und kleinen Katastrophen" Samuels erzählt.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 15.03.2005

Den "liebevoll behutsamen, ganz genauen Blick", mit dem Mirjam Pressler die Welt beobachtet, schätzt Rezensentin Roswitha Budeus-Budde ganz besonders. In ihrem aktuellen Buch erzählt die Autorin die Geschichte eines kleinen Jungen, der trotz streitender Eltern und einem Schulwechsel lernt, sich selbst zu vertrauen. Dabei verzichtet Pressler auf "große Aktionen" - ihr gelingt es nach Ansicht der Kritikerin, die geschilderten Ereignisse tatsächlich mit "den Augen des kleinen Jungen" zu sehen und dadurch das Leben ihres jugendlichen Protagonisten" überzeugend" zu skizzieren. Ein "undramatisches", aber zugleich "wunderschönes" Buch.
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