Miklos Banffy

In Stücke gerissen

Roman
Cover: In Stücke gerissen
Paul Zsolnay Verlag, Wien 2015
ISBN 9783552056336
Gebunden, 400 Seiten, 26,00 EUR

Klappentext

Aus dem Ungarischen von Andreas Oplatka. Als im Juli 1914 Zeitungen die Mobilisierung der Habsburgermonarchie gegen Serbien verkünden, kehrt der Idealist Bálint Abády nach Siebenbürgen zurück. Er kümmert sich um seine Genossenschaften, bringt die Korrespondenz in Ordnung und geht noch einmal durch Herrenhaus und Schloss. Den Flügel, den er mit der Liebe seines Lebens bewohnen wollte, meidet er. Wenig später, im Feldgrau des Regiments, lässt sich Bálint von einem Wagen zu seinem Regiment der Vilmos-Husaren bringen. Zerbrochene Pläne, vernichtete Träume, verblichene Erinnerungen: In Stücke gerissen werden in Miklós Bánffys Trilogie der Traum vom Glück zweier Menschen und die lange als unumstößlich geltende Welt von gestern.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 03.02.2016

Auch wenn Rezensent Wolfgang Schneider keine makellose Jahrhundertliteratur im Abschlussband von Miklos Banffys Siebenbürgen-Trilogie erblicken möchte, ein bewegendes Epos mit zeithistorischer Bedeutung scheint es ihm doch zu sein. Neben der verdienstvollen Übersetzung überzeugen ihn vor allen die politischen Kapitel sowie die atmosphärischen Natur- und Landschaftsschilderungen in diesem Band. Die Schicksalsschläge seiner Figuren, die der Autor laut Schneider parallel zur kritischen weltpolitischen Lage bis hin zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs schildert, die große Gereiztheit, es erinnert den Rezensenten mitunter an den "Zauberberg". Die märchenhafte Rührseligkeit beim Auserzählen auflodernder Leidenschaften ist allerdings typisch Banffy, meint Schneider.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 06.06.2015

Mit viel Lob bespricht Rezensent Oliver Pfohlmann "In Stücke gerissen", den dritten und letzten Teil der "Siebenbürger Geschichten" des ungarischen Schriftstellers Miklos Banffy. Einmal mehr lässt sich der Kritiker in die schwelgerisch heraufbeschworene Belle Epoque Ungarns entführen, folgt mit den Augen des Protagonisten Balint Abady den nebulösen Entwicklungen in Europa und amüsiert sich erneut über das "tragikomische" Leben von Balints adligen Freunden. Mit großem Interesse liest der Rezensent auch Banffys politische Exkurse, etwa über die ungarische Obstruktionspolitik, und so kann er diesen bisweilen melancholischen, von Andreas Oplatka geschmeidig übersetzten Band nur nachdrücklich empfehlen.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 12.05.2015

Vollkommen fasziniert ist Ulrich Baron, wie es Miklós Bánffy in seiner Siebenbürgen-Trilogie gelingt, den Zerfall Ungarns und den Verlust der Siebenbürgischen Heimat in eindringlichen Bildern zu schildern - unverkennbar kommt dem Autor dabei seine Ausbildung als Maler zugute, glaubt der Rezensent. Dass die Bilder der alten Pracht bisweilen in nostalgischer Verklärung erstrahlen, findet Baron angemessen, umso deutlicher tritt dadurch die Tragik des Verlusts zutage. Dieser letzte, im Original 1940 erschienene Band der Trilogie ist naturgemäß schwermütiger und weniger spielerisch als seine Vorgänger, weiß der Rezensent und freut sich an der "glänzenden, oft ironisch funkelnden Übersetzung" durch Andreas Oplatka.

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