Aus dem Englischen von Martin Büsser. In keiner Metropole der Welt hat sich der musikalische Underground so facettenreich entwickelt wie in New York. "New York City Rock" bietet einen umfassenden Blick auf fünf Jahrzehnte lebhafter New Yorker Musikgeschichte. Kenntnissreich und mit vielen O-Tönen zeichnet Evans die Entwicklung von den in U-Bahn-Stationen auftretenden Doo-Wop-Gruppen der frühen Fünfziger über Bob Dylan und Velvet Underground, Punk und No Wave bis zu den tonangebenden Bands dieser Tage wie den Strokes nach.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 08.01.2004
Von dieser Musikgeschichte des "New York City Rock" ist Frank Schäfer nicht überzeugt. Als "Nachschlagewerk" sei es zwar nicht zuletzt wegen seines sorgfältigen Index recht brauchbar, räumt der Rezensent ein. Doch es von der ersten bis zur letzten Seite durchzulesen, findet er ziemlich mühsam, denn letztlich hat Autor Mike Evans vor allem "Fakten aneinandergereiht, ohne sie analytisch oder erzählerisch wirklich zu verbinden, moniert Schäfer. Er kritisiert das Buch deshalb als "Flickwerk", dem es nicht gelingt, die einzelnen Musikentwicklungen plastisch vor Augen zu führen. Immerhin, so Schäfer, beschreibt der Autor die Entstehung des Folk-, Punk- und New-Wave-Musik recht farbig, doch gerade diese Strömungen seien musikhistorisch schon "sattsam dokumentiert". Unangemessen findet der Rezensent die "dürren, ärgerlich idiosynkratischen" Ausführungen über den Heavy Metal, denen er heftig widerspricht. Auch stilistisch findet er das Buch eher enttäuschend, denn er bemängelt, dass Evans in der "sprachlichen Annäherung" an die Musik zu immer den gleichen Beschreibungen greift, was der Verschiedenheit der Musikstile nicht gerecht wird. Am Schluss lässt Schäfer auch noch durchblicken, dass er sich das Lektorat dieses Buches etwas "strenger" gewünscht hätte.
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