Miguel de Unamuno

Wie man einen Roman macht

Cover: Wie man einen Roman macht
Droschl Verlag, Graz 2000
ISBN 9783854205432
Broschiert, 140 Seiten, 11,25 EUR

Klappentext

Aus dem Spanischen von Erna Pfeiffer. Die Entstehungsgeschichte dieses Textes ist einigermaßen komplex: Der 61jährige Miguel de Unamuno schrieb 1925 im selbstgewählten Exil in Paris eine Erzählung namens "Wie man einen Roman macht", die er aber wegen der herrschenden Militärzensur nicht in Spanien veröffentlichen wollte, sondern 1926 in der Übersetzung von Jean Cassou in der Zeitschrift 'Mercure de France' publizierte, eingeleitet von einem Unamuno-Portrait aus der Feder Cassous. Zwei Jahre später denkt er doch an eine spanische Ausgabe (die dann auch 1927 erscheint, allerdings in Argentinien), die nun allerdings mehrfach gebrochen ist: mehr als die Hälfte des Buches besteht aus einem neuen Vorwort, dem erwähnten Portrait Unamunos und seinem Kommentar zu diesem Portrait, und der Text selbst ist nicht die Originalfassung, sondern Unamunos Rückübersetzung der französischen Fassung.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16.10.2001

Um die allerletzten Dinge scheint es in diesem Roman des 1936 verstorbenen spanischen Autors zu gehen, wenn man Winfried Wehle glaubt. Seine Kritik ist allerdings in einem derart hohen Ton geschrieben, dass man als gewöhnlicher Leser den Eindruck gewinnt, nicht ganz heranzureichen. Von Unsterblichkeit ist die Rede, vom Tod als das "Vollendete", das uns Lebende zu "lebendig Toten" macht, von der Krise der Erkenntnistheorie Ende des 19. Jahrhunderts und von Unamunos Kritik des Rationalen. Ob der Roman eine Handlung hat, wird aus der Kritik nicht eigentlich ersichtlich, man erfährt aber durch ein Unamuno-Zitat, dass die beste Art, diesen Roman zu schreiben, darin bestehe "zu erzählen wie man ihn machen muss". Es scheint sich im Vorgriff auf postmoderne Theorien um eine "Erzählung, die nicht erzählt wird", zu handeln, um eine schreibende Reflexion über das Schreiben von Literatur. Einen Trost hat Wehle aber parat: Unamuno scheint ein weit über elftausendseitiges Werk über diese Thematik verfasst zu haben, und Wehle verspricht, dass dieser kleine Text das ganze en miniature enthalte. Immerhin eine Zeitersparnis!
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 03.02.2001

Hanno Zickgraf stattet dem österreichischen Verlag seinen Dank dafür ab, dass er sich dieses Buches angenommen hat, dessen spanischer Autor vor 75 Jahren in Deutschland noch bekannt und geschätzt war, heute aber fast vergessen ist. Er preist Unamuno als "europäischen Geistes-Monolithen", dessen Denken und Schreiben stets zwischen "Tod und Wiederauferstehung oszillierte". Allerdings sei es nicht leicht, sich im "(subversiven) Gedankengewimmel" dieses autobiografischen Textes zurechtzufinden und eine richtige Handlung gebe es eigentlich auch nicht, gibt der Rezensent zu, der darin aber keineswegs einen Makel des Buches sieht.
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