Mit 31 schwarz-weiß Tabellen. Was bestimmte die deutsche Wirtschaftsentwicklung nach dem Krieg? Der Autor konzentriert sich in seiner Einführung auf drei Themengebiete: die wirtschaftliche Entwicklung vom "Wirtschaftswunder" bis zu Wiedervereinigung und Gegenwart, die Untersuchung der ordnungspolitischen Konzepte wie Ordoliberalismus, Keynesianismus und Angebotspolitik sowie die wissenschaftlichen Erklärungsversuche für Wachstum, Krisen und Strukturwandel. Für alle wirtschaftsgeschichtlichen Epochen werden die Eigenheiten der Wirtschaftsentwicklung und der Ordnungspolitik vorgestellt.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 14.08.2006
Michael von Prollius' anschaulich geschriebenes Sachbuch über die deutsche Wirtschaftsgeschichte nach 1945 kann der Rezensent Gerd Habermann durchaus empfehlen. Diese Geschichte vom Blickpunkt der "ordnungspolitischen Konzeptionen" aus darzustellen, hält Habermann für "originell". Mit den vom Autor vorgeschlagenen Abschnitten der Entwicklung der deutschen Wirtschaft ist der Rezensent völlig einverstanden. Die erste Periode der Mangelwirtschaft, die von 1945 bis 1949 reicht, werde "plastisch" beschrieben. Nach der in den 50er Jahren einsetzenden "Wunderwirtschaft" folgt in der sozial-liberalen Koalition die "Wohlfahrtswirtschaft", deren Spätphase einer "deformierten Marktwirtschaft" ab 1990 anzusetzen ist. Die Gesamtbilanz des Werks fällt nach Ansicht Habermanns - zumindest aus ordoliberaler Sicht - relativ negativ aus, diagnostiziert der Autor doch seit Ende der fünfziger, Anfang der sechziger Jahre, vermehrt wirtschaftspolitische Fehlentscheidungen. Vor allem dirigistische Maßnahmen in der Wirtschaftspolitik sind Prollius ein Dorn im Auge. Diese mache er auch für den Niedergang der Wohlfahrtswirtschaft verantwortlich. Habermann hat in dieser Studie "interessante Details" erfahren, die er ausführlich schildert, etwa zur "ordnungspolitischen Verwahrlosung" nach der Wiedervereinigung. Auf die aktuelle drängende Frage der demografischen Entwicklung geht Prollius zum Leidwesen des Rezensenten leider nicht ein.
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