Michael Stavaric

Magma

Roman
Cover: Magma
Residenz Verlag, St. Pölten 2008
ISBN 9783701715060
Gebunden, 248 Seiten, 19,90 EUR

Klappentext

Dieser Zoo-Händler, der Typ von nebenan: Er ist überall und nirgendwo zu Hause, lebt mit einem Goldhamster (also fast alleine), ist unauffällig wie eine Schildkröte und hält sich von Menschen fern. Nur mit Wasser kommt er immer mal wieder in Berührung, dann gehts hoch her: Attentate, Naturkatastrophen und ständig sinken irgendwo Schiffe. Kleine, große, die Titanic, mit Mann und Maus. Und immer ist unser Tier-Verkäufer mit dabei, ist vor allem immer schon dabei gewesen und weiß zu viel. Ein Mensch, der sich nichts Böses denkt (selbstverständlich!), aber ist er deswegen schon einer von uns? Oder nicht vielleicht doch Gott und der Teufel und unser aller Schicksal? Michael Stavaric surft durch die Jahrhunderte, vor und zurück, landet in anderen Erdzeitaltern und ist mit einem Satz wieder im Jetzt. Er bringt uns eine Kunde, Trost und Warnung: Alles fließt, selbst die Steine, aber auch der Teufel schläft nicht.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11.12.2008

Hingerissen ist Beate Tröger von Michael Stavarics drittem Roman "Magma", der ihr eindrücklich demonstriert, dass der 1971 in Tschechien geborene und mit sieben Jahren nach Österreich übergesiedelte Autor zum "interessantesten" Nachwuchs österreichischer Literatur gehört. Raffiniert findet die Rezensentin, wie Stavaric die Figur eines allwissenden Ich-Erzählers einführt, der über erstaunliches Insiderwissen von der Entstehung der Welt bis zur Gegenwart verfügt. Erst später stellt sich dieser an Walter Benjamin gemahnende "Engel der Geschichte" als alter einsamer Zoohändler heraus, der möglicherweise - so die geschickte Konstruktion - der Teufel selbst ist, erklärt Tröger fasziniert. Sie sieht sich gänzlich in den Strudel der Geschichte und der Geschichten hineingerissen und stellt beeindruckt fest, dass es dem Autor dabei auch noch gelingt, seine Leser mit dem Bösen sympathisieren zu lassen.
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