Michael Stavaric

Brenntage

Roman
Cover: Brenntage
C. H. Beck Verlag, München 2010
ISBN 9783406612657
Gebunden, 231 Seiten, 18,95 EUR

Klappentext

"Das Ausbleiben der Zukunft ist nichts für schwache Nerven." So viel steht für den namenlosen Ich-Erzähler fest, der nach dem Tod der Mutter bei seinem Onkel in einer von Bergen und Schluchten umgebenen Siedlung lebt. Und die Zukunft macht sich rar, denn wegen der Abgeschiedenheit der Siedlung kapseln sich deren Einwohner zusehends ab. So entsteht ein Mikrokosmos mit ganz eigenen Sitten und Gebräuchen, wie etwa den "Brenntagen" bzw. diversen "Waldriten". Die Grenzen zwischen Surrealität und Realität verschwimmen - Menschen verschwinden, durch die Wälder ziehen Soldaten, Hunderudel und mitunter sogar Geister, die auf längst geführte Kriege verweisen, überall Echos, deren eigentlicher Sinn verborgen bleibt.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.06.2011

Ob Katharina Teutsch dieser Roman gefallen hat? Zumindest lässt er sie etwas ratlos zurück. Michael Stavaric führte sie in eine abgeschiedene Waldsiedlung, die kaum Kontakt zur Außenweölt zu haben scheint, nur hin und wieder ziehen Soldaten durch oder Bergarbeiter. An den titelgebenden "Brenntagen" wird von den Bewohnern der nutzlos gewordene Hausrat verbrannt, erzählt die Rezensentin. Auch sonst spare Stavaric wohl nicht mit feurigen Metaphern, Feuergeburten und Scheiterhaufen kommen vor, Geister, Mythen und Kindheitsmagie werden beschworen. Das Rätsel des Romans erschloss sich der Rezensentin allerdings nicht, das "Feuerwerk an Andeutungen" hinterließ bei ihr nur ein sehr ungefähres Unbehagen.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 22.02.2011

Anja Hirsch folgt dem Autor in ein Kindheitsland. Dass ihr dieser Ausflug angenehm in Erinnerung geblieben ist, liegt am Wollen des Autors Michael Stavaric, der keine rationale Analyse dörflicher Rituale oder kindlicher Mythen vornimmt, sondern reine Anschauung anvisiert. Ins Ziel gelangt er, wie Hirsch weiß, mit einer Naivität der Wahrnehmung, die wieder eine surreale Welt entstehen lässt. Ob es sich dabei wirklich um ein Naturgesetz handelt, wie Hirsch behauptet, oder doch um gute literarische Konstruktion, sei dahingestellt. Hirsch jedenfalls überzeugt der Text durch Magie und eine leitmotivische, klang- statt bloß inhaltsvolle Sprache. "Brenntage" ist für sie eine gelungene Anknüpfung an romantische Bildwelten.
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