Michael Krupp (Hg.)

Einführung in die Mischna

Cover: Einführung in die Mischna
Verlag der Weltreligionen, Frankfurt am Main 2008
ISBN 9783458710028
Gebunden, 223 Seiten, 17,90 EUR

Klappentext

Aus dem Hebräischen und mit einem Kommentar herausgegeben von Michael Krupp in Zusammenarbeit mit Barbara Eberhard, Jürgen Pithan, Ralf Kübler und Frank Ueberschaer. Die Mischna, entstanden bis 200 n. Chr., als erste Zusammenfassung rabbinischen Denkens, ist in sechs "Ordnungen", Sedarim, gegliedert, die das ganze menschliche Leben, den Kultus, die Alltags- und Festtagsbestimmungen, mitmenschliches Verhalten und die Beziehung zu Gott betreffen. Die erste Ordnung, Zera'im, Saaten, behandelt alle Gebote, welche die Landwirtschaft in Israel und die besondere, bereits in der Bibel zu findende kultische und gesellschaftliche Gesetzgebung betreffen. Die zweite Ordnung, Mo'ed, Festkalender, stellt die Feste im Judentum und ihre Gebräuche dar. In der dritten Ordnung, Nashim, Frauen, werden Probleme von Mann und Frau, Eheschließung, Familie und Scheidung geregelt. Die vierte Ordnung, Neziqin, Schäden, enthält unter anderem das bürgerliche und das Strafrecht. Die fünfte Ordnung, Qodashim, heilige Dinge, befaßt sich mit dem Tempel und mit Opfernkulten. Die sechste Ordnung, Toharot, reine Dinge, ist dem komplizierten Gefüge von rein und unrein im jüdischen kultischen Rechtswesen gewidmet.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 12.08.2008

Rezensent Andreas Kilcher begrüßt diese Ausgabe der Mischna, dem grundlegenden jüdischen Gesetzeswerk, das sämtliche theologische und alltägliche Fragen des Judentums erörtert, weiß aber auch Kritik anzubringen. Ausführlich informiert er zunächst über die Mischna und ihre lange Rezeptionsgeschichte, um dann auf den ersten, nun erschienenen Band über die "Festzeiten" in der neuen Ausgabe einzugehen. Das Vorhaben, eine komplette Übersetzung der Mischna mit Kommentar vorzulegen, scheint ihm philologisch höchst anspruchsvoll. Aber auch die Kommentierung, ohne die sich die Mischna nicht verstehen lässt, ist seines Erachtens von großer Bedeutung. Hier wirft er dem Leiter der Übersetzung und Kommentierung Michael Krupp vor, die Texte auf eine dem Judentum eher "fremde Weise" auszulegen. Er gewinnt den Eindruck, die Mischna werde von Krupp in einen urchristlichen Entstehungshorizont gestellt, ja Krupp betreibe eine Engführung von Judentum und Christentum in ihren antiken Texten, die ihm nicht unproblematisch erscheint. "Sie entfaltet weniger eine Innensicht auf die Mischna, die sie im Kontext jüdischer Religionsgeschichte lesbar machen würde", erklärt Kilcher, der dies bedauerlich findet, weil der Leser damit um eine Erkenntnis gebracht werde.
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