Michael Dobbins

Das politische System der Ukraine

Institutionen, Akteure, Politikfelder
Cover: Das politische System der Ukraine
Springer Fachmedien, Wiesbaden 2025
ISBN 9783658474751
Broschiert, 412 Seiten, 84,99 EUR

Klappentext

Die Beiträge dieses Sammelbandes sind von ausgewiesenen ExpertInnen der politikwissenschaftlichen Osteuropaforschung formuliert und bieten einen umfassenden Überblick über die politische Geschichte der Ukraine. Die AutorInnen analysieren dabei das Spannungsverhältnis zwischen (Re-)Demokratisierung und (Re-)Autoritarisierung sowie die markanten politischen und wirtschaftlichen Fortschritte seit der Euromaidan-Revolution. Das Buch bietet Einblicke in das Zusammenspiel von politischen Institutionen und Parteien, Zivilgesellschaft und politischen Eliten sowie unterschiedlichen territorialen und wirtschaftlichen Interessenkonstellationen im Zuge des hindernisreichen postkommunistischen Transformationsprozesses und europäischen Integrationsprozesses der Ukraine. Die AutorInnen analysieren darüber hinaus gegenwärtige Entwicklungen in vier kritischen Politikfeldern: Wirtschaftspolitik, Bildungspolitik, Sozialpolitik und Energiepolitik. Mit seinem bewussten Blick auf innenpolitische Dynamiken zeigt das Buch, dass die moderne Ukraine viel mehr ist als nur ein Schlachtfeld geopolitischer Ambitionen: Sie ist eine europäische Kulturnation mit einer mitreißenden und herzergreifenden Vergangenheit - und Gegenwart -, die trotz unzähliger tragischer Episoden von einem bewundernswerten Überlebens- und Demokratisierungswillen und einzigartigen politischen Dynamiken geprägt ist.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16.06.2026

Informativ, wenn auch nicht ganz rund ist dieser von Michael Dobbins herausgegebene Sammelband zum politischen System der Ukraine, findet Rezensent Robert Putzbach. Differenziert gibt der Band Einblick in diverse Aspekte seines Themas, so geht es etwa um Eigenschaften des - im Beitrag insgesamt positiv bewerteten - "premierpräsidentiellen Systems", das im Jahr 2014 installiert wurde. Auch problematische Aspekte der ukrainischen Politik kommen zur Sprache, wie etwa das mangelnde Vertrauen in politische Parteien oder die immer noch recht wirkmächtigen Patronagebeziehungen, die die Interessen Einzelner, nicht die der Gemeinschaft ins Zentrum rücken. Anderes, wie etwa die Korruption, bessert sich derzeit, liest man im Band. Inhaltlich hat Putzbach an all dem nichts auszusetzen, allerdings moniert er, dass die einzelnen Beiträge nicht sinnvoll miteinander verbunden werden und sprachlich teils etwas ungelenk ausfallen. Dennoch: Wer sich für die Ukraine auch jenseits geopolitischer Fragen interessiert, sollte hier zugreifen, empfiehlt der Rezensent.