Aus dem Amerikanischen von Georg Schmidt. In seinem Roman schildert Cunningham einen Tag im Leben dreier Frauen, in deren Leben "Mrs. Dalloway" eine ganz spezielle Rolle spielt.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 12.08.2000
Ob H.G. Pflaum den Roman von Michael Cunningham wirklich mag, lässt sich schwer sagen. Seine Rezension klingt, als sträube er sich, immer wieder fallen ihm Sachen ein oder auf, die gegen das Buch sprechen. Aber es sind kleine Einwände, oder auch kein Einwände, sondern Unstimmigkeiten. "Die Stunden" handelt, berichtet Pflaum, von Momenten, die ein Leben anders ausrichten könnten - wenn sie denn von den handelnden Personen richtig wahrgenommen würden. Das ganze ist, auf drei Zeitebenen spielend, ein kunstvolles Geflecht, in dem Virginia Woolf und die Literatur allgemein die Hauptrolle spielen. Teilweise findet Pflaum die Sprache Cunninghams zu bemüht um Originalität, andererseits erweise sich der Autor wiederum als ungenau, was die Perspektive seiner Figuren angeht. Das Etikett "Schwulenliteratur" würde von Cunningham zwar zurückgewiesen - ohne dass der Autor etwa versuchen würde, das Gegenteil zu beweisen. Aber muss er das?
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 22.03.2000
Denis Scheck ist ausgesprochen ungehalten, von Michael Cunningham mit Plattüden und Allerweltsweisheiten belästigt zu werden, wie sie in diesem Buch versammelt seien. Mit "ärgerlich verquatscht", "grotesk bedeutungsschwanger" und "politisch korrekte Feier des Bestehenden" richtet er das Buch. Vorbild sei ein Roman von Viginia Woolf gewesen, die Fallhöhe also immens, der Autor abgestürzt. Wieso Cunningham für sein Buch, in dem drei Frauen einen Tag lang literarisch beschattet werden, nicht bloß den Pulitzer-Preis, sonderm auch noch den Pen-Faulkner-Award bekommen hat, ist dem Rezensenten völlig schleierhaft.
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