Tobias Gohlis staunt über die digitale Fassung von Meyers Konversations-Lexikon von 1905. Offensichtlich hat ihm das Eintauchen in "Wissen und Sprache des 19. Jahrhunderts" Freude gemacht: Beim Blättern hat Gohlis unter anderem gefunden, dass die "fleischigen Hamburger Hühner" auf 20 Zeilen vorgestellt werden, für Thomas Mann jedoch nur eine einzige reserviert ist und Hitler - logischerweise - noch gar nicht vorkommt. Viele lobende Worte findet der Rezensent für die "gewaltige Arbeitsleistung", welche die Digitalisierung des 20-bändigen Lexikons mit sich brachte. Nur durch die Entwicklung eines günstigen Verfahrens für die optische Erkennung von Frakturschrift, das Gohlis kenntnisreich erklärt, sei die Großtat möglich gewesen. Diese Leistung ist Gohlis Anlass genug, auch noch ein ausführliches Loblied auf die "kleine radikale Truppe Berliner Digitalisierer" anzustimmen, die hinter dem Projekt der Digitalen Bibliothek steht. Durch die Digitalisierung von Standardwerken und Textsammlungen aus allen Geisteswissenschaften werde ein "Hausschatz" geschaffen, dessen Möglichkeiten "kaum auszuschöpfen" seien. Und im Falle des Konversations-Lexikons ist sich Gohlis sicher: "Das Resultat lässt sich sehen."
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