Der Fall Wirecard ist der wohl spektakulärste Betrugsfall der deutschen Wirtschaftsgeschichte. 1,9 Milliarden Euro - der Unternehmensgewinn aus mehr als fünf Jahren - sind nicht da. 20 Milliarden Euro Börsenwert - vernichtet. Der ehemalige Konzernchef Markus Braun kam in Untersuchungshaft, Ex-Vorstand Jan Marsalek gelang eine filmreife Flucht. Was bleibt, ist die Geschichte eines Zahlungsabwicklers, der als kleiner Dienstleister für die Pornoindustrie begann, doch schon bald die Schmuddelecke hinter sich lassen und mit namhaften Geschäftspartnern traumhafte Gewinne erzielen sollte. Tatsächlich war Wirecard ein Unternehmen, in dem ein dubioser Deal auf den nächsten folgte. Wirecards Geschichte - sie war zu schön, um wahr zu sein. Von Anfang an. Aufseher, Ermittler und Wirtschaftsprüfer sind blamiert, doch nicht nur das: Der Fall Wirecard ist eine Niederlage für den Wirtschaftsstandort Deutschland. Wie konnte das passieren?
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 26.04.2021
Rezensentin Ursula Weidenfeld liest mit Spannung bei Melanie Bergermann und Volker ter Haseborg, wie die Betrugsgeschichte von Wirecard begann und das Geschäft zur Zockerei wurde. Dass das Buch der beiden Reporter der Wirtschaftswoche zugleich die Vorlage für eine ARD-Doku ist, findet Weidenfeld einerseits charmant, weil die Erzählung zum episodischen Roadmovie wird, andererseits verzetteln sich die Autoren auch etwas im Figuren- und Businessgewimmel, meint sie.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.11.2020
Rezensent Sven Astheimer hält es für riskant, mitten im laufenden Verfahren über den Wirecard-Skandal zu schreiben. Das Buch der Journalisten Melanie Bergermann und Volker ter Haseborg liest er dennoch mit Gewinn, da die Autoren das Unternehmen als Mitarbeiter der "Wirtschaftswoche" schon lange kennen und umfangreiches Material gesammelt haben. Den Fall Wirecard kann Astheimer mit dem Buch tatsächlich besser verstehen. Die Chronik vom Aufstieg und Fall der Fintech-Firma, vor allem aber die Gespräche, die die Autoren mit Verantwortlichen geführt haben, geben Astheimer einen Eindruck von den "windigen" Geschäftsbeziehungen und -praktiken von Wirecard. Gute Recherche und ein Kommunikationsberater, der das Schweigen bricht, machen die Lektüre für Astheimer spannend.
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