Maximilian Steinbeis

Schwarzes Wasser

Erzählung
Cover: Schwarzes Wasser
C. H. Beck Verlag, München 2003
ISBN 9783406509698
Gebunden, 141 Seiten, 17,90 EUR

Klappentext

Elisabeth feiert ihren zwanzigsten Geburtstag mit einem großen Fest bei Wolodja, ihrem besten Freund. Sie feiert ihren Geburtstag nicht unbeschwert, sie ist immer noch Jungfrau, uneingeweiht... Die meisten der Partygäste sind ihr da weit voraus. Wolodja, der seinen Namen dem russischen Großvater verdankt, der ebenfalls mit im Haus wohnt, kommt merkwürdigerweise nicht infrage. Vielleicht Albert, Wolodjas engster Freund? Und dann ist da noch jener Großvater, gebrechlich, fast hundert Jahre alt, der noch etwas zu erzählen hat, was die Familie betrifft, die Geschichte einer anderen weiblichen Initiation. "Schwarzes Wasser" erzählt den Ablauf eines einzigen Tages und einer Nacht, erzählt vom Glück und der Gewalttätigkeit der Liebe, von dem Ungeheuren, das möglich ist zwischen den Menschen, vom Gelingen und vom Scheitern.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 07.04.2004

Als "kunstfertig" bezeichnet Andrea Gnam Maximilian Steinbeis' Erzähldebüt, und meint das ganz eigentlich, ohne versteckten Hinweis auf Langeweile. Im Gegenteil: "Theatralität und Übermut bestimmen das Geschehen, während sanfte Fäden der Melancholie und eine mitunter betörend schöne Sprache alte und neue Liebeswelten vor den Augen des gebannten Lesers erstehen lassen." Die Rezensentin hat sich also hineinziehen lassen in die Party, auf der eine Zwanzigjährige einen Liebhaber zum Verlust ihrer Unschuld rekrutiert, und sie ist der Erzählung in das Hinterzimmer gefolgt, in dem ein betagter Mann - existiert er wirklich? - eine wundervolle Geschichte erzählt, die zunächst das nah am Zeitgeist entlang taumelnde Geschehen in den anderen, den lauten Räumen entrücken lässt, um diese dann aber sanft zu durchdringen. Gnam ist entzückt: "Die Anmut der wie aus einem fernen Jahrhundert daherkommenden Binnenerzählung, (...) die ruhigen Momente des Innehalten und der visuellen Prägnanz zeigen einen Erzähler, der Begehren und Rede kunstvoll verflicht."

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 20.01.2004

"2003 war nicht das Jahr der jungen deutschen Literatur", stellt Gerrit Bartels zu Beginn seiner Besprechung fest. Maximilian Steinbeis' Debüt bestärkt Bartels in den Verdacht, dass die Erfolglosigkeit der jungen Autoren nicht allein der Wirtschaftsflaute geschuldet ist. Ziemlich blutarm findet Bartels die Geschichte, die Steinbeis hier erzählt: Die junge Elisabeth wird zwanzig und ist kreuzunglücklich, weil sie noch Jungfrau ist. Bartels winkt ab: Den "Teen Spirit" habe er woanders schon "viel kraftvoller, aufregender und spannender" dargestellt bekommen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.10.2003

Sebastian Domsch ist von diesem Debütroman, in dem von einer Party, von Freundschaft, Liebe und Tod erzählt wird, ziemlich begeistert. Dabei scheint ihm die Geschichte zunächst fast ein bisschen zu gut konstruiert und er fühlt sich an ein "Bewerbungsschreiben für literarische Debütanten" oder an "creative-writing-Schüler" erinnert. Auch die Binnengeschichte von einer Liebesgeschichte des Großvaters der Hauptfigur, in der sich die Gegenwart "spiegelt", kommt Domsch vor, wie eine Geschichte aus einem "viel älteren Roman", wie er zunächst etwas irritiert feststellt. Doch dann zeigt er sich von der erzählerischen Ökonomie und der Fähigkeit des Autors, in verschiedene Rollen zu schlüpfen restlos überzeugt und er bemerkt beeindruckt, dass Maximilian Steinbeis "mit ganzem Herzen" bei seiner Geschichte und seinen Figuren ist. Dies unterscheidet seiner Ansicht nach diesen Text von Romanen, die nach "Maß und Muster" geschrieben sind und dadurch, so Domsch begeistert, ist es dem Autor in seinem Debüt gelungen, "eindrucksvoll und unterhaltsam" zu zeigen, was er kann.
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