"Das Rätsel der Kunst der Brüder van Eyck", 1904 zum ersten Mal erschienen, ist zu einem der grundlegenden Texte für die Erforschung der niederländischen Kunst geworden. Das eigentliche Rätsel besteht für Dvorák nicht so sehr in der Frage des Anteils von Hubert und Jan van Eyck am Genter Altar, als in dem anscheinend so unvorbereiteteten Auftreten ihrer neuen, die Wirklichkeit in einem bisher ungeahnten Ausmaß einbeziehenden Kunst. Ganz im Bann von Riegls Kontinuitätsdenken stehend, stellt Dvorák die Frage nach den Vorstufen dieser so erstaunlichen Werke. In den Übernahmen von Bildgedanken aus dem italienischen Trecento durch die französische Buchmalerei der Zeit um 1400 sieht er die Voraussetzungen der neuen Kunst. Damit hat er den Rahmen abgesteckt und die Probleme aufgeworfen, welche die Eyckforschung fast das ganze 20. Jahrhundert hindurch beschäftigen sollten. Das Buch hat 68 Abbildungen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.10.1999
Günter Metken lobt Max Dvorák anlässlich des Wiedererscheinens seines Buchs von 1904 als "glänzenden" Stilisten und Erzähler. Dvorak habe die Debatte um das Rätsel der Brüder van Eyck, die das neuzeitliche Raum- und Personenkontinuum in die Malerei des europäischen Nordens gebracht hätten, "entschlackt" und als einer der ersten Kunsthistoriker die von Hans Sedlmayer geforderte "Kunstgeschichte als Geistesgeschichte" betrieben.
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