Matthias Glaubrecht

Am Ende des Archipels

Alfred Russel Wallace
Cover: Am Ende des Archipels
Galiani Verlag, Berlin 2013
ISBN 9783869710709
Gebunden, 448 Seiten, 24,99 EUR

Klappentext

Er hatte ein enorm spannendes Leben, seine wissenschaftliche Reichweite war atemberaubend, sein soziales Engagement legendär - und er entdeckte das Evolutionsprinzip. Auf seiner ersten abenteuerlichen Reise erforschte der Schulabbrecher und Autodidakt vier Jahre lang Brasilien - doch bei der Rückreise fing sein Schiff mitten auf dem Ozean Feuer und sank. Wallace rettete nur sein Leben, seine fantastische naturwissenschaftliche Sammlung ging verloren. Seine zweite Expedition führte ihn durch den malaiischen Archipel, wo er im Alleingang 125.000 naturwissenschaftliche Objekte sammelte, über 1000 Tier- und Pflanzenarten davon noch unbeschrieben. Während der Reise entwickelte er auch eine Theorie über den Ursprung der Arten, die er brieflich an Charles Darwin sandte. Ein Jahr später erschien dessen Buch "Die Entstehung der Arten". Matthias Glaubrecht geht zum 100. Todestag Wallaces den Fakten und Gerüchten um den unbekanntesten aller Titanen der Wissenschaftsgeschichte nach.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 04.07.2013

Alfred Russel Wallace, dieser Name taucht meist nur als Schatten hinter Charles Darwin auf, als jener Wissenschaftler, der zeitgleich beinahe dieselbe Evolutionstheorie aufstellte, an dem aber sämtliche Ehren vollkommen vorbeigezogen sind, weiß Burkhard Müller. Auch in Matthias Glaubrechts neuer Wallace-Biografie "Am Ende des Archipels" spielen die Umstände, unter denen Darwin den alleinigen Ruhm einheimste, eine wichtige Rolle, berichtet der Rezensent, Glaubrecht betont aber auch, dass das Leben des Naturforschers entschieden mehr zu bieten habe, zumal Wallace - im Gegensatz zu Darwin - zahlreiche Forschungsreisen unternahm. Auch zeichnete er sich durch eine erstaunliche Weitsicht aus, lernt Müller von Glaubrecht. Angesichts eines Paradiesvogels schrieb Wallace zwar, es sei "eine üppige Verschwendung von Schönheit", wenn kein Mensch das Tier zu Gesicht bekäme, prophezeite aber auch, dass die Schönheit den Menschen wohl nicht überleben werde. Recht hatte er, leider, meint der Rezensent.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26.06.2013

Was, wenn Darwin über Bord gegangen wäre? Hätte jemand wie Russel Wallace, den Rezensent Thomas Weber für eine der faszinierendsten Gestalten der Wissenschaftsgeschichte des 19. Jahrhunderts hält, eine Chance auf mehr Anerkennung gehabt? Was der Biologe Matthias Glaubrecht in seiner Biografie zu Wallace schreibt, lässt Weber genau das vermuten. Glaubrecht jedenfalls, so erklärt der Rezensent, räumt Wallace die gebührende Aufmerksamkeit ein, indem er an existierende Arbeiten zu dem Artenforscher anschließt und die Person als Ganzes betrachtet, nicht nur ihre ruhmreichen Seiten. Als Führer durch diese abenteuerreiche Vita scheint der Autor Weber zu überzeugen, kleine Sachfehler findet der Rezensent verzeihlich.

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