Mats Wahl

Soap oder Leben

Roman (Ab 14 Jahre)
Cover: Soap oder Leben
Nagel und Kimche Verlag, München 2004
ISBN 9783312009480
Gebunden, 392 Seiten, 17,90 EUR

Klappentext

Aus dem Schwedischen von Angelika Kutsch. Die Freunde Jalle und Kino sind leidenschaftliche Film-Fans. Sie drehen Kurzfilme, auch einen über den Hund der Nachbarin - wobei er, schlimm genug, ums Leben kommt. Aber statt der Nachbarin die Wahrheit zu beichten, inszenieren die Freunde eine Scheinentführung und fordern Lösegeld. Das bringt natürlich jede Menge Ärger ein. Genau jetzt muss sich Jalle auch noch in Jytte verlieben. Sie ist die Tochter einer Journalistin, die Jalles Vater etwas anhängen will - scheinbar ist das ganze Leben eine Soap. Doch da gibt es einen großen Unterschied: Im Zweifelsfall wird es im Leben und der Liebe bitter ernst.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 03.12.2004

Ob Rezensent Fritz Göttler dieses Buch eher überzeugend oder albern findet, verrät er uns nicht in seiner Rezension. Doch zumindest scheint ihn die Geschichte um einen filmfanatischen Jungen, dessen Leben gerade aus dem Gleichgewicht trudelt, einigermaßen zu fesseln. Und die grundlegende Idee hinter dem Buch - "das Leben als Remake" - ist ihm auch ein anerkennendes "Das wär' doch was" wert. Zudem gefällt ihm auch das soziale Miteinander - die "tolle Hartnäckigkeit, wenn es um Krisensituationen geht, eine Bereitschaft, Probleme mit Freunden, Kollegen, Verwandten auszudiskutieren und auszuhandeln" - in dieser Abbildung der schwedischen Gesellschaft, die ansonsten aber wenig schmeichelhaft daherkommt.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 24.11.2004

Dieser Jugendroman hat Rezensent Fritz Wolf ausgesprochen gut gefallen. Mats Wahl erzählt von zwei 15-Jährigen, die das Kino über alles lieben. Sie "kennen sich aus mit Filmen, nehmen Szenen als Modell fürs reale Leben und beziehen daraus ihren Vorrat an coolen Sprüchen", und manchmal verwechseln sie auch das Kino mit dem Leben. Das ändert sich, erzählt Wolf, als sich der eine, Jalle, verliebt und gleichzeitig erfährt, dass sein hochgeachteter Vater, ein sozialdemokratischer Politiker, der Korruption verdächtigt wird. Ausgerechnet die Mutter seiner Flamme, eine Journalistin, hat den Skandal aufgedeckt. Und hier, so Wolf, schlägt das "Komisch-Leichte" des Romans um in "harte drastische Situationen". Wahl nimmt allerlei Klischees aufs Korn: Ausgerechnet der Sozialdemokrat ist ein Betrüger, ausgerechnet Nazis helfen Jalle statt ihn zu verprügeln. Wahl setzt damit nicht neue Klischees an die Stelle der alten, wenn wir den Rezensenten richtig verstehen. Aber er "kann den Leser damit ziemlich verblüffen und ins Grübeln bringen". Dies und eine ordentliche Portion Action machen für den Rezensenten den Reiz des Romans aus.
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