Mary Shelley

Der letzte Mensch

Roman
Cover: Der letzte Mensch
Reclam Verlag, Stuttgart 2021
ISBN 9783150113288
Gebunden, 587 Seiten, 26,00 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Irina Philippi. Mit einem Nachwort von Rebekka Rohleder und einem Essay on Dietmar Dath. Die Welt im 21. Jahrhundert: Eine neuartige und tödliche Seuche breitet sich aus. Sie hat verheerende Auswirkungen auf die Menschheit, auf Wirtschaft und Politik. Über allen schwebt eine Frage: Was ist angesichts einer weltweiten Krise der öffentlichen Gesundheit zu tun? Shelleys Roman von 1826, die allererste Dystopie der Weltliteratur, liest sich beklemmend gegenwärtig. Die Erzählung folgt Lionel Verney, der sich mit seiner Schwester und seinen Freunden zunächst in der jungen englischen Republik politisch engagiert. Sie machen sich auf nach Griechenland, und im Süden geraten sie erstmals in Kontakt mit einer neuartigen Pest, die sich nach und nach in Europa und Nordamerika ausbreitet. Bald herrschen in England apokalyptische Zustände. Den Freunden und ihren Familien bleibt nur die Flucht …

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 18.06.2021

Rezensent Werner von Koppenfels empfiehlt Mary Shelleys Liebes- und Reiseschauerroman von 1826 in der überarbeiteten Neuübersetzung von Irina Philippi als Alternative zu den Krimischmonzetten des Fernsehprogramms. Den Rezensenten durchaus fordernd mit "windungsreicher" Handlung und Privatissima des Shelley-Byron-Kreises, die die Autorin in ihrem Dreibänder verfremdend verarbeitet, führt der Text Koppenfels in die Wirren der Pest und der Demagogie. Der rebellische, lyrisch inspirierte Erzähler geleitet ihn von Istanbul über die Schweiz bis nach Rom, wo er als letzter Mensch auf Erden die Geschichte aufschreibt.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk, 23.02.2021

Rezensent Eberhard Falcke empfiehlt dem Leser Kenntnisse von Mary Shelleys Lebensumständen, den historischen wie den persönlichen. So lässt sich laut Falcke die Dystopie besser verstehen, die die Autorin entfaltet, warum sie die Handlung im Jahr 2092 ansiedelt und ihre Figuren aus der romantischen Epoche nach dem Vorbild von Percy Shelley und Lord Byron zeichnet. Wie Mary Shelley das von der Pest eingeleitete Weltende ausgestaltet, finster und dramatisch, findet Falcke virtuos und aufwühlend. Sprachlich ist das Buch in seiner Dichte für Falcke eine Herausforderung, die die Übersetzerin Irina Philippi nach Meinung des Rezensenten auf bewundernswerte Weise meistert.

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