Martin Muser

LEIMBOY

Roman
Cover: LEIMBOY
Carlsen Verlag, Hamburg 2026
ISBN 9783551586360
Gebunden, 240 Seiten, 14,00 EUR

Klappentext

West-Berlin 1987: Nach dem Abi kommt der 18-jährige Robert in die Mauerstadt und wartet dort auf das große Leben. Doch erst mal passiert wenig. Er zieht in ein schäbiges WG-Zimmer, fängt halbherzig eine Tischlerlehre an, fühlt sich verloren. Die Stadt fasziniert und überfordert ihn - genau wie die junge Frau aus dem Transitzug, die eines Tages wieder vor ihm steht. Nova verkörpert alles, wonach Robert sich sehnt: Freiheit, Abenteuer, Liebe, Sex - das große Leben eben. Entgegen aller Wahrscheinlichkeit verlieben sich die beiden ineinander. Doch auch Nova hat ihre eigene Geschichte.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk, 20.07.2026

Rezensentin Karin Hahn empfiehlt Martin Musers Roman über einen 18-Jährigen auf Glücksuche im Westberlin der späten 1980er Jahre als authentischen, unsentimentalen Rückblick auf eine untergegangene Stadt. Dass der Autor keinen lockeren Ton wählt und nicht die große Abenteuergeschichte erzählt, sondern eher ernst und lebensnah vom unspektakulären Alltag des Protagonisten mit Tischlerlehre und Ranz-WG berichtet, findet Hahn toll. Die Unvollkommenheit und Zerrissenheit der Figur spiegelt sich überzeugend in der Stadt wider, und die Emotionen der Figur zeichnet der Autor feinfühlig nach, lobt Hahn, die sich mit der Hauptfigur gut identifizieren kann.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 10.06.2026

Rezensentin Kim Kindermann ist ziemlich enttäuscht von Martin Musers neuem Jugendbuch: Der Autor des spannenden Jugend-Thrillers "Weil" erzählt diesmal von dem jungen Robert Wallner, der mit 18 Jahren aus der Provinz nach West-Berlin zieht - und dort erst einmal ebenfalls ein ziemlich provinzielles Leben führt. Roberts Minibude in Kreuzberg ist genauso Trist wie die Schreinerei, bei der er eine Lehre beginnt, einzig eine geheimnisvolle Frau namens Nova bringt ein bisschen Freude in sein Leben. Was, fragt sich Kindermann, sollten junge Leute von heute, für sich aus diesem Buch ziehen? Stilistisch ist das alles wieder fein gearbeitet, aber letztlich ist das Buch, findet die Rezensentin, genauso langweilig wie Roberts kleinbürgerliches Leben.