Martin Münzel

Die jüdischen Mitglieder der deutschen Wirtschaftselite 1927-1955

Verdrängung, Emigration, Rückkehr. Dissertation
Cover: Die jüdischen Mitglieder der deutschen Wirtschaftselite 1927-1955
Ferdinand Schöningh Verlag, Paderborn 2006
ISBN 9783506756251
Gebunden, 502 Seiten, 49,90 EUR

Klappentext

Das Schicksal der jüdischen Mitglieder der deutschen Wirtschaftselite, ihrer Vertreter in den großen deutschen Banken-, Industrie- und Handelsgesellschaften von Weimar bis zur frühen Bundesrepublik ist bisher noch nicht übergreifend dargestellt worden. Martin Münzel untersucht ihr wechselvolles Schicksal, das sie durch drei politische Systeme führte, von der Weimarer Demokratie durch das Tal der NS-Diktatur bis in die neugeschaffene westdeutsche Demokratie. Damit wird ein vielfach in Vergessenheit geratener Teil der deutschen Wirtschafts- und Unternehmergeschichte von AEG und Mannesmann bis Schering und Ullstein in das seit langem überfällige Licht gerückt.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.01.2007

Der Anspruch, den der Verfasser Martin Münzel für seine Untersuchung erhebt, ist ziemlich beachtlich, findet der Rezensent Gregor Schöllgen. Umso erfreulicher, dass er ihn weiten Teilen auch einzulösen verstehe. Münzel will mit seiner Darstellung nicht einfach Unternehmensgeschichte schreiben, sondern zielt auf den breiteren Rahmen eines Porträts des "Wirtschaftsbürgertums". Sehr interessant scheint Schöllgen die Erkenntnis, dass sich in den "Elitesegmenten" der deutschen Wirtschaft unter den "sogenannten Netzwerkspezialisten" der größte Anteil von jüdischen Mitarbeitern fand - ein Zeichen für den hohen Grad der Integration. Sonderregelungen erlaubten es vielfach, diese Mitarbeiter nach der Machtergreifung der Nazis auf Stellen im Ausland zu versetzen und ihnen so die Emigration zu erlauben. Für die deutschen Wirtschaftsführer zahlte sich das dann im Nachkrieg aus: Aus nicht unbedingt wohlbegründeter Dankbarkeit verschafften die Emigrierten manchem Spitzenmanager der deutschen Nachkriegszeit - etwa Hermann Josef Abs - den "begehrten 'Persilschein'". Dieser Seitenaspekt der Untersuchung gehört für den Rezensenten zu den "spannendsten" dieses "wichtigen" Buches.

Beliebte Bücher

Nelio Biedermann. Lázár - Roman . Rowohlt Berlin Verlag, Berlin, 2025.Nelio Biedermann: Lázár
Alles beginnt, sogar das Ende, als Lajos von Lázár, das blonde Kind mit den wasserblauen Augen, zur Welt kommt. Seinem Vater, dem Baron, wird der Sohn nie geheuer sein, als…
Heike Geißler. Michaela Kohlhaas - Roman . Suhrkamp Verlag, Berlin, 2026.Heike Geißler: Michaela Kohlhaas
"Das Rechtgefühl machte ihn zum Räuber und Mörder." So erzählt es Heinrich von Kleist in seiner gleichnamigen Novelle über den Pferdehändler Michael Kohlhaas, der nach erlittenem…
Petra Morsbach. Orion - Roman . Penguin Verlag, München, 2026.Petra Morsbach: Orion
Nora lernt bei einem Studentenjob ihren späteren Mann kennen, einen Archivar. Sie wird Lehrerin für Deutsch und Geschichte in einem oberbayerischen Gymnasium, zieht einen…
Robert Seethaler. Die Straße - Roman . Claassen Verlag, Berlin, 2026.Robert Seethaler: Die Straße
Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in…