Markus Krajewski (Hg.)

Projektemacher

Zur Produktion von Wissen in der Vorform des Scheiterns
Kadmos Kulturverlag, Berlin 2004
ISBN 9783931659561
Kartoniert, 272 Seiten, 24,90 EUR

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 01.09.2004

"Ja, mach nur einen Plan..." zitiert Harald Eggebrecht das alte Brecht-Gedicht passend zum Thema seiner Rezension. "Projektemacher" heißt der von Markus Krajewski herausgegebene Sammelband, der den Typus des umtriebigen Erfinders, Managers, Forschers, Abenteurers durch die Jahrhunderte hindurch skizziert und "profiliert", um ein modernes Wort zu benutzen. In seiner Einleitung beruft sich Krajewski unter anderem auf Daniel Defoes sarkastischen "Essay upon Projects" aus dem Jahr 1693, berichtet Eggebrecht, welcher sich nicht gescheut habe, Gott als den ersten Projektemacher zu bezeichnen, dessen Arche-Noah-Projekt zur Rettung der Welt gelang, der jedoch beim Turmbau zu Babel moralisch Schiffbruch erlitt. Zeitlich reicht die Zeitspanne des besprochenen Bandes vom 17. Jahrhundert bis heute, so Eggebrecht, befasst sich ebenso mit Alchimisten, Wunderdoktoren, Hochstaplern, Maschinenbauern, Flugobjektkonstrukteuren und so weiter bis hin zu modernen Karrieristen, Querulanten, Systembefreiern oder einem Projektemacher wie Alexander Kluge, dem die Geschichte zum Projekt geworden ist. Zur Qualität der verschiedenen Beiträge lässt Eggebrecht nichts verlauten, der Rezensent ist sich aber nach Lektüre des Buches gewiss, dass der Beruf des Projektemachers und Menschheitsbeglückers nicht aussterben wird.
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