Marion Löhndorf

Leben im Hotel

Cover: Leben im Hotel
zu Klampen Verlag, Springe 2024
ISBN 9783987370137
Gebunden, 104 Seiten, 14,00 EUR

Klappentext

Mehr als ein Jahrhundert lang war das Hotel aus dem gesellschaftlichen Leben nicht wegzudenken. Oft stand es an den schönsten Orten, verhieß Luxus und Unbeschwertheit. Es bot eine Kulisse für den großen Auftritt - und für Ereignisse der Weltgeschichte. Für Reisende spielte es eine Hauptrolle. Auf Kunst, Literatur und Film hat das Leben im Hotel immer wieder inspirierend gewirkt. Als Gegenentwurf zur Alltäglichkeit des ständigen Wohnsitzes fasziniert es bis heute. In jüngster Zeit aber ist es in Bedrängnis geraten. Nicht nur die Wellen der Covid-19-Pandemie mit ihren Lockdowns haben der Hotellerie zugesetzt, sondern auch der wachsende Erfolg von Buchungsportalen für die Vermietung von Privatunterkünften. Doch das Hotel ist weit mehr als nur ein Haus zum Übernachten. Erst seine Gäste machen es zu dem, was es ist: Drehscheibe der Gesellschaft, Sehnsuchts- und Zufluchtsort. Im Schutz seiner Halböffentlichkeit gedeihen weiterhin politische und private Dramen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 31.08.2024

Rezensent Hendrik Buchholz fühlt sich von Marion Löhndorfs Essay über das Hotelleben bestens unterhalten: Die Journalistin schaut sich zum Einen ausdauernde Hotelgäste wie Coco Chanel an und zum anderen Hotels an sich. So findet sowohl das "Sesam-öffne-dich" der Chipkarte Eingang in den Text als auch die "auratischen Milieuhotels" wie das "Chateau Marmont" oder das "Chelsea Hotel", in denen von Benjamin von Stuckrad-Barre bis Bob Dylan allerhand Berühmtheiten absteigen, lernt Buchholz. Auch Hotel-Tote wie Uwe Barschel finden in diesem pointierten, mit vielen Popkulturreferenzen gespickten Texte einen Platz, lobt der Kritiker zum Schluss.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 08.07.2024

Was es mit dem Hotel als "Traumtheater der Gegenwart" auf sich hat, lernt Rezensent Thomas Groß in dem schmalen, aber ergiebigen Essay von Marion Löhndorf: Das Hotel bewegt sich zwischen den Welten, es ist weder die Fremde noch das Zuhause. Atmosphären und Illusionen von Glamour bis Absteige beschwört das Hotel herauf, Löhndorf geht sowohl dem als auch Fragen nach Nachhaltigkeit und Zukunft des Hotelwesens nach, sodass Groß mit der Erkenntnis schließt, dass es vor allem die Geschichten sind, die sich in Hotels abspielen, die seinen Reiz ausmachen.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 27.06.2024

So schmal wie dieses Büchlein fällt Maja Beckers' Rezension aus, ihre Begeisterung spürt man dennoch. Löhndorf, Londoner Korrespondentin der NZZ, widmet sich mit dem Hotel einem bereits gut beackerten Thema, gewinnt ihm aber neue Aspekte ab, freut sich die Kritikerin. Und so liest sie hier nicht nur allerhand Anekdoten und Skandälchen rund ums Hotel, sondern wird auch zum Nachdenken über Unterschiede zur Airbnb-Kultur angeregt: Das Hotel feiert den Schein und vermittelt dabei zugleich gelegentlich so viel Sicherheit, dass seine Gäste sich zu risikoreichem Verhalten hinreißen lassen, lernt sie unter anderem.