Marilyn Monroe

Tapfer lieben

Ihre persönlichen Aufzeichnungen, Gedichte und Briefe
Cover: Tapfer lieben
S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2010
ISBN 9783100437020
Gebunden, 272 Seiten, 24,95 EUR

Klappentext

Ein Zufallsfund brachte einmalige Aufzeichnungen ans Licht: die Notizhefte, Briefe und Gedichte, die Marilyn Monroe von 1943 bis zu ihrem Tod 1962 verfasste. Sie zeigen uns das Bild einer belesenen, warmherzigen, klugen und sehr witzigen Frau, die vor allem eins wollte: geliebt werden. Marilyn schreibt leidenschaftlich und verzweifelt, selbstironisch und literarisch. Gute Beobachterin ihrer selbst und anderer, immer eigener Schwierigkeiten und Fähigkeiten bewusst, erstaunlich offen und schonungslos. Sie reflektiert über glückliche und enttäuschende Beziehungen, ihre Kindheit, den traumatischen Aufenthalt in der Psychiatrie, plant Dinner für Freunde. Sie hat ehrgeizige Ziele für ihre Arbeit und Angst vor dem Älterwerden.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 18.10.2010

Die Frau war Schauspielerin! Susanne Ostwald meint angesichts dieser gesammelten Textfragmente Marilyn Monroes, daran erinnern zu müssen. Auch glaubt sie längst nicht mehr an das Bild vom blonden Dummchen, da müssen die Herausgeber nicht erst Marilyn lesend abbilden oder Antonio Tabucchi ein "geschraubtes" Vorwort schreiben lassen. Von den Texten, dem ganzen Unternehmen, Monroes privateste, auf Zetteln und in Hefte gekritzelte lyrische und aphoristische "Fingerübungen" gegen ihren Willen herauszubringen, einmal ganz abgesehen. Was das soll, kann sich Ostwald außer mit anhaltender Sensationsgeilheit nicht erklären.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 11.10.2010

Mit Respekt, aber auch mit der Gewissheit, dass es sich bei dieser Sammlung von Texten Marilyn Monroes nicht um große Literatur oder um das übliche Biografische handelt, macht sich Fritz Göttler an die Lektüre. Die fragmentarischen Selbstanalysen und quasi dadaistischen Gedichte in Briefen, Kladden und auf Hotelpapier machen ihm manchmal Spaß, manchmal berühren sie ihn peinlich und immer weiß Göttler: Nichts Neues eigentlich, was wir da lesen. Es ist das alte Bild der Monroe, das da entsteht, nicht das der Sexpuppe, sondern dasjenige des von Furcht und Einsamkeit geplagten, nach künstlerischer wie intellektueller Unabhängigkeit strebenden Hollywood-Stars. Ob es gut war, dass die Psychoanalyse solche "Schreibversuche" in der Art der ecriture automatique initiierte? Für die Monroe vielleicht, für den Leser nicht unbedingt, scheint uns der Rezensent zu sagen.
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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 07.10.2010

Einer wunderbaren Frau am Abgrund ist Susanne Mayer in diesem Band mit faksimilierten Textschnipseln und eingestreuten Fotos begegnet, der für sie auch Züge eines Reliquienschreins trägt. Seine Rechtfertigung findet die Publikation für die Kritikerin darin, dass sie nun endlich die Gelegenheit bietet, Marilyn Monroe mit dem angemessenen Respekt zu begegnen. Den Originaltitel "Fragments" findet die Kritikerin allerdings passender als den kitschigen deutschen. Auch bedauert sie, dass die deutsche Übersetzung kaum in der Lage ist, den Ton des Originals einzufangen. Die Fetzen, die das Buch mit nachgelassenen Aufzeichnungen Monroes versammelt, wirken auf Mayer wie eine Seance aus Gedanken, Kochrezepten, Einkaufslisten und Memos aus ihren Analysesitzungen. Dazwischen liest Mayer plötzlich Aufschreie, Flehen, Todeswünsche. Und entwickelt bei dieser "verstörenden" Lektüre auch Assoziationen, die zu Sylvia Plath, Anne Sexton und Elisabeth Bronfen führen.
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