Aus dem Englischen von Enrico heinemann und Ursel Schäfer. Es gab Zeiten, da haben Berater einfach Firmen beraten, heute steuern sie in vielen Ländern die Regierungsgeschäfte und beeinflussen die Gesetzgebung. Das Outsourcing von staatlichen Aufgaben hat exorbitant zugenommen, Unsummen an Steuergeldern fließen in die Consulting-Industrie. Ein undurchschaubares System von Verträgen ist entstanden und macht die Frage nach Verantwortlichkeiten kompliziert. Dies ist eine sehr gefährliche Entwicklung, sagt Starökonomin Mariana Mazzucato: Je mehr der Staat an Ressourcen und Wissen verliert, umso mehr verlernt er, seine eigenen Aufgaben zu erfüllen.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 19.08.2023
Rezensent Bodo Morshäuser empfiehlt dieses Buch, das die Ökonomin Mariana Mazzucato gemeinsam mit ihrer Doktorandin Rosie H. Collington verfasst hat, mit kleinen Einschränkungen: Er hätte gern auch etwas mehr über die Situation in Deutschland erfahren, die Autorinnen konzentrieren sich aber vor allem auf Großbritannien. Davon abgesehen aber liest der Kritiker hier nicht nur von den Strategien der Beraterbranche, sondern er lernt auch, welche Folgen es hat, wenn Staaten Aufgaben an Consulting-Firmen übertragen: Dem öffentlichen Sektor gehe nicht nur internes Wissen verloren, wodurch neuer Beratungsbedarf entstehe, erfährt Morshäuser. Zudem haften die Beratungsfirmen nicht und sind auch nicht zu Transparenz verpflichtet. Fall-Beispiele, etwa zum "Klimaschutz-Consulting", verdichten den Band, auch Lösungsvorschläge haben die Autorinnen parat, lobt der Rezensent: So sollten sich Staaten keineswegs vom Markt fernhalten, sondern Ziele formulieren, schreiben die Autorinnen in diesem, wie Morshäuser findet, sorgfältig recherchierten Band.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.05.2023
Rezensent Tillmann Neuscheler liest zwei Bücher über den zunehmenden Einfluss von Unternehmensberatungen auf den Staat, die sich weniger in der Sache als in der Herangehensweise voneinander unterscheiden. Während Thomas Deelmann, der früher selbst Unternehmensberater war und heute Management an der Polizeihochschule NRW lehrt, einen abwägenden Ton anschlägt, gehe die linke Starökonomin Mariana Mazzucato in die Vollen. Beide warnen aber zu Recht, wie Neuscheler findet, vor wachsenden Abhängigkeiten und Kompetenzverlust, wenn ganze Bereiche wie etwa die IT ausgegliedert würden. Organisationen müssten lernfähig bleiben, betont Mazzucato, wie der Rezensent informiert, dass dies den Staat ebenso wie Unternehmen betrifft, macht Deelmann stark.
Juli Zeh: Pony Show Eine prominente Verlegerin unter Mordverdacht. Ein spektakulärer Schwurgerichtsprozess. Und die Frage: Wie verhandelbar ist die Wahrheit? Sie ist über fünfzig, verheiratet… Shida Bazyar: Die Lücken Heimesbach im Hunsrück ist ein fiktiver Ort, an dem sich neunzig Jahre deutscher Geschichte in die Mauern und Biografien eingenistet haben. Es ist eine Gemeinde, die ihre… Dana Vowinckel: Anton und Alma Anton und Alma lernen sich bei einem Schüleraustausch in der Bretagne kennen. Jahre später treffen sie sich auf einer Party wieder. Beide kommen aus Berlin und studieren… Botho Strauß: Bleiben und Blicken In Botho Strauß' neuem Buch geht es um die Zeit und ihr Vergehen, um den Zauber der Kunst, um das Originale und das Eigentliche. Vor allem sind es Begegnungen und Nichtbegegnungen,…