Mareike Vennen

Das Aquarium

Praktiken, Techniken und Medien der Wissensproduktion (1840-1910)
Cover: Das Aquarium
Wallstein Verlag, Göttingen 2018
ISBN 9783835332522
Gebunden, 423 Seiten, 37,00 EUR

Klappentext

Die Wissens- und Mediengeschichte des Aquariums im 19. Jahrhundert. Mit der Erfindung des Aquariums um 1850 wird die Unterwasserwelt auf gänzlich neue Weise beobachtbar, erforschbar und erfahrbar. Dies bedeutete nicht nur für die naturwissenschaftliche Forschung, sondern ebenso für die Darstellung maritimer Welten in der Öffentlichkeit einen tiefgreifenden Wandel. Mareike Vennen zeichnet die frühe Geschichte des Aquariums als Medium - von den ersten amateurwissenschaftlichen Versuchen mit Heimaquarien in Großbritannien bis zu seiner Verbreitung in Europa und darüber hinaus - nach. Sie folgt menschlichen wie nicht-menschlichen Akteuren: Bastler, Wissenschaftler, Glasplatten, Pumpen, tropfende Briefsendungen, Wasserschnecken und Schlamm treten als Protagonisten auf. In einer Reihe mikrohistorischer Fallgeschichten wird gezeigt, durch welche Medien - von Feldzeichnungen bis zu den ersten verschwommenen Aquarienfotografien - Wissen und Vorstellungen vom Leben unter Wasser festgehalten und weitergegeben wurden. Damit erweist sich das Aquarium als Teil einer Geschichte ökologischen Wissens, deren Rekonstruktion zeigen kann, wie sich Wissensordnungen im 19. Jahrhundert dynamisierten und wie sich die Grenzen zwischen Wissensfeldern und Disziplinen verschoben.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 01.02.2019

Thomas Steinfeld freut sich über einen weiteren Band aus der Reihe Alltagsphänomenologie. Was die Historikerin Mareike Vennen vorlegt, scheint ihm indes mehr zu sein, als die Dokumentation der Aquarienkultur als Volksbewegung, nämlich der Blick auf einen Ausdruck und ein Medium gesellschaftlicher Veränderungen. Dass die Idee der künstlich natürlichen Umgebung für Tiere erstmals mit dem Aquarium manifest wird, erfährt Steinfeld hier ebenso wie er das auf die moderne Stadt verweisende Modellhafte des Wasserbeckens mit Schläuchen und Pumpen erkennt. Die Entwicklung des Aquariums, seines Materials und seiner Anhänge vermittelt ihm die Autorin konzentriert und reichhaltig.

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