Magnus Mills

Die Entdecker des Jahrhunderts

Roman
Cover: Die Entdecker des Jahrhunderts
Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 2008
ISBN 9783518420171
Gebunden, 195 Seiten, 19,80 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Katharina Böhmer. Zwei Entdeckerteams hetzen sich und ihre Maulesel dem "Entlegensten Punkt der Welt" entgegen, im Wettlauf gegen die Kontrahenten und die Widrigkeiten der spröden Natur. Die wortkargen Männer um die Forscher Johns und Tostig, rauhbeinige Kerle allesamt, erweisen sich im Laufe der Expedition allerdings kaum als heroische Naturbezwinger. Es handelt sich vielmehr um jene verschrobenen bis mimosenhaften Typen des britischen Angestellten- und Arbeiterkosmos, wie sie bereits Mills' ersten Roman "Die Herren der Zäune" bevölkern. Wen scheren schon glorreiche Missionsziele, wenn Zeltnachbarn schnarchen und egozentrische Anführer den Feierabend in der Wildnis stören?

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 02.03.2009

Jutta Person ist begeistert von diesem fiktiven Reisebericht des britischen Autors Magnus Mills. Zwei konkurrierende Expeditionsgruppen, so lässt uns die Rezensentin wissen, begeben sich hierin auf die beschwerliche Suche nach dem "äußersten erreichbaren Punkt" der Welt. Die Protagonisten unterhalten sich dabei in einem höflich-lakonischen Umgangston, den Person "umwerfend komisch" findet, das abstruse Umherirren durch unwegsames Gelände erinnert sie derweil an Monty Python oder Beckett. Viel passiert hier nicht, erfahren wir, langsam allerdings rücken die Maultiere der Expediteure in den Fokus des Interesses. Die verkörpern, weiß Person, "alles, was nicht Vernunft ist", das möglichst aus dem Blickfeld der Menschen entfernt werden soll. Ihre menschlichen Mitreisenden, so findet die Rezensentin, degradieren sie damit zu Witzfiguren. Das Ganze findet Person komisch und abgründig zugleich, auch wenn ihr Mills am Ende mit seiner Ideologiekritik etwas zu plakativ wird.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 28.11.2008

Literarisch findet der Rezensent Christoph Schröder das neue Werk von Magnus Mills, einem Spezialisten für die extra-trockene Spielart des britischen Humors, nur mäßig gelungen. Während der Lektüre fragte er sich jedenfalls des Öfteren, welche Geschichte Mills überhaupt erzählen möchte. Zwar sei das Ende überraschend, abgedreht und verwandele das Buch so in eine "schwarze politische Parabel". Auch werde eine Erklärung für die in der Geschichte beschriebene Mission von ein paar "in Zwängen und Hierarchien gefangenen Charakteren" nachgeliefert. Aber das alles ist in Schröders Augen nur mäßig befriedigend. Auf dem langen Weg bis zum bizarren Ende fehlen seiner Meinung nach nämlich die "Pointen" und die "Ironie", für die er den Autor schätzt.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 06.11.2008

Einen zwiespältigen Eindruck hat Magnus Mills' neuer Roman über zwei Forscherteams, die den entlegensten Punkt der Welt erkunden wollen, bei Friedhelm Rathjen hinterlassen. Während ihm die erste Hälfte des Buchs sehr gut gefallen hat, zeigt er sich von der zweiten eher enttäuscht. Den ersten Teil liest er als eine reichlich absurde Parodie auf "sämtliche Expeditionsberichte der Menschheitsgeschichte", über deren herrlich "irrsinnige Alogik" er sich richtig freuen kann. Im zweiten Teil begeht der Autor zu seinem Bedauern dann denselben Fehler wie in seinem vorletzten Roman "Zum König!", wenn er seine Parodie plötzlich in eine "aufdringliche Allegorie" ummünzt.
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