Lukas Jüliger, Edgar Allan Poe

Berenice

Cover: Berenice
Carlsen Verlag, Hamburg 2018
ISBN 9783551713483
Gebunden, 64 Seiten, 12,00 EUR

Klappentext

In Poes "Berenice" geht es um unerfüllte Liebe und die Frage, wohin es führen kann, wenn der ungeliebte Part die Kontrolle über sich selbst verliert. Sein Held besitzt schließlich ein Schächtelchen mit den perlweißen Zähnen der Angebeteten und erinnert sich nicht, wie er dazu gekommen ist. dass Lukas Jüliger den Leser ist das Reich der Otaku entführt, ist ebenso überraschend wie schlüssig, denn in dieser japanischen Fankultur ist Fetischismus selbstverständlich, aber Kontrollverlust unvorstellbar.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 01.08.2018

Als Meisterstück feiert Thomas von Steinaecker diesen Band des jungen Berliner Zeichners Lukas Jüliger, dessen Debüt "Vakuum" er schon große Klasse fand. Jüligers Poe-Adaption "Berenice" erscheint in der neuen, von Isabel Kreitz herausgegebenen Reihe "Die Unheimlichen", die literarische Vorlagen in Comics von mittlerem Format verarbeitet, und sie sticht nach Ansicht des Rezensenten in Originalität und Anspruch deutlich hervor. Jüliger verlegt die Geschichte um Epilepsie, Amnesie und Inzest in die Gegenwart und macht aus Berenice ein Camgirl, wie Steinaecker informiert, so dass sich virtuelle Welten, geheimnisvolle Gesetze und eine "perverse Schulmädchen-Ästhetik" zu einer faszinierend-unheimlichen Melange verbinden, die laut Steinaecker einen ganz "betörenden Parallelweltduft" verströmt.
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