Lucette Destourches, Veronique Robert

Mein Leben mit Celine

Cover: Mein Leben mit Celine
Piper Verlag, München 2003
ISBN 9783492044202
Gebunden, 126 Seiten, 14,90 EUR

Klappentext

Aus dem Französischen von Carina von Enzenberg. "Mit dir möchte ich mein Leben beschließen. Ich habe dich auserwählt, nach meinem Tod meine Seele aufzufangen." Sie war achtzehn Jahre jünger als er, eine Tänzerin am Beginn ihrer Karriere, er ein bereits berühmter Schriftsteller, als Celine Lucette diese unbedingte Liebeserklärung machte. Heute, hochbetagt, schildert Lucette Destouches nun erstmals ihr gehetztes, entbehrungsreiches Leben an der Seite des verrückten Genies Celine, der mit seinem Roman "Die Reise ans Ende der Nacht" Weltliteratur schuf, dessen antisemitische Pamphlete ihn jedoch bis heute zu einem der umstrittensten Künstler dieses Jahrhunderts machen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.08.2003

25 Jahre war Lucette Destouches mit dem französischen Schriftsteller Louis-Ferdinand Celine verheiratet - für Volker Weidemann in Anspielung auf einen berühmten Romantitel Celines eine "furchtbar lange Reise durch die Nacht". Celine war ein unangenehmer Zeitgenosse und ein noch unangenehmerer Ehemann, das bestätigt ihr Bericht, der von den Details her für Weidemann eher enttäuschend ausfällt. Seiner Meinung nach hat sich Destouches' eigenes Erleben längst mit Szenen aus Celines Romanen durchmischt: die Flucht aus dem brennenden Deutschland, die Horrorerfahrung Dänemark, das Verhältnis zu Sartre - das Meiste, behauptet Weidemann, kenne man kunstvoller aus den Büchern Celines. Nebenbei lanciere die treue aber ständig suizidgefährdete Ehefrau, die das Leben an der Seite ihres Mannes als die glücklichste Zeit ihres Lebens bezeichnet, skandalöse Bemerkungen in Bezug auf den Antisemitismus ihres Mannes, so Weidemann: so schreibe sie seine Hetzschriften einem permanenten Pfeifton im Ohr zu, das er sich im ersten Weltkrieg zugezogen habe. Im übrigen hätten diese Schriften heute ihre "Daseinsberechtigung" verloren, begründe Destouches das von ihr verfügte Publikationsverbot - dass sie jemals eine Berichtigung gehabt haben sollen, findet Weidemann eine "Ungeheuerlichkeit".
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