Louis Begley

Zeig dich, Mörder

Roman
Cover: Zeig dich, Mörder
Suhrkamp Verlag, Berlin 2014
ISBN 9783518424667
Gebunden, 302 Seiten, 19,95 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Christa Krüger. Jack Dana war als US-Marine an den einschlägigen Kriegsschauplätzen der Welt im Einsatz. Nach einer Verletzung beginnt er zu schreiben, und gleich sein erster Roman wird ein großer Erfolg. Als er von einer längeren Reise zurückkehrt, muss er erfahren, dass sich sein Onkel Harry, der wie ein Vater für ihn war, in seinem Wochenendhaus auf Long Island das Leben genommen hat. Doch Jack, der seinen Onkel besser kennt als jeder andere, glaubt nicht an Selbstmord. Wollte jemand Harry aus dem Weg räumen? Doch weshalb? Und welche Rolle spielt Kerry Black dabei, die schöne Kollegin Harrys, der Jack zusehends verfällt? Jack verstrickt sich immer tiefer in die Machenschaften der einflussreichen Kanzlei, bei der Harry gearbeitet hat - und gerät bald selbst in Lebensgefahr…

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 28.02.2015

Louis Begleys Kunst der eleganten Formulierung kann Rezensentin Katharina Granzin leider nicht über die offensichtlichen Schwächen seines neuen Romans "Zeig dich, Mörder" hinwegtäuschen. Wie ein "Kasperletheater" erscheint der Kritikerin dieser Krimiversuch, in dem ein aus Afghanistan heimkehrender US-Soldat den angeblichen Selbstmord seines Onkels aufklären will. Denn abgesehen von viel Effekthascherei kann Granzin hier beim besten Willen weder Logik noch realistische Szenarien oder irgendwie überzeugende Figuren erkennen. Und bei den "Doris-Day"-Filmdialogen kann die Rezensentin den Roman leider vollends nicht mehr ernst nehmen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 28.01.2015

Geht gar nicht, sagt Sylvia Staude knapp und stil-, pardon: schmucklos. Stillosigkeit nämlich wirft sie ja dem Autor vor. Und der Plot von Louis Begleys Krimi kann sie auch nicht überzeugen. Er hätte es lieber bleiben lassen sollen, in diesem Genre zu wildern, findet sie. Immerhin: Überrascht ist sie schon von der minderen Qualität des Buches - bei dem Autor.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.01.2015

Patrick Bahners widmet Louis Begleys Krimi "Zeig dich, Mörder!" einen gepfefferten Verriss: nachdem der Autor seinem Helden Verdienste noch und nöcher aufgehalst hat, einen "Durchmarsch des Talents", der den Rezensenten normalerweise an der Wahrheitsliebe des Erzählers zweifeln ließe, lässt er ihn mehr oder weniger zufällig einen platten Fall lösen, hinter dem sich so dumme wie böse Elite-Verbrecher verbergen, fasst Bahners zusammen. Der Rezensent hätte das Buch gerne als Satire gelesen, aber dafür fehle leider ein Mindestmaß an Witz, bedauert Bahners, der nebenbei noch ein paar Übersetzungsfehler gefunden hat.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 07.01.2015

Christoph Schröder ist enttäuscht von Louis Begley. Wieso der Autor all seine Subtilität opfern musste, um im Krimigenre zu debütieren, ist ihm schleierhaft. Selbst wenn es Begley Freude gemacht hat, für den Leser ist das Buch eine Qual, meint Schröder, der zwar auf unvorhergesehene Wendungen und Romanschlüsse verzichten kann, aber nicht auf Plausibilität des Geschehens und der Figuren. Bei diesem Buch aber hat er keine andere Wahl, der Autor, ein universalbegabter Held (Soldat, Casanova, Erfolgsschriftsteller) und eine vor Zufällen und Verschwörungselementen strotzende Handlung lassen ihm keine.
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Rezensionsnotiz zu Die Welt, 03.01.2015

Hanebüchen findet Hannes Stein dieses im Genre des trivialliterarischen Thrillers wildernde Buch von Louis Begley. Den mit allen Wassern gewaschenen Helden (Schöngeist. Kraftprotz, Marathon-Liebhaber) lässt Stein dem Autor noch durchgehen. Dass Begley maßgebliche Forderungen des Genres (Milieuschilderungen, Wahrscheinlichkeit, überraschende Wendungen) einfach missachtet, scheint Stein jedoch unverzeihlich. Das Ergebnis ist laut Stein ein reichlich unprofessionelles Stück Literatur, das auch noch mit gestelzten Dialogen und Übersetzungsfehlern nervt.