Lojze Kovacic

Die Zugereisten

Roman-Trilogie
Drava Verlag, Klagenfurt 2006
ISBN 9783854354802
Gebunden, 1264 Seiten, 59,00 EUR

Klappentext

3 Bände im Schuber. Aus dem Slowenischen von Klaus Detlef Olof. Mit seinem von der Literaturkritik zum "slowenischen Jahrhundertroman" gekürten Opus magnum kehrt Lojze Kovacic zurück ins Jahr 1938, als er im Kindesalter mit seiner Familie aus der Schweiz nach Slowenien ausgewiesen wird - "ein Heimattausch, vom Mutterland in den Vaterstaat". Aus der subjektiven Optik des Heranwachsenden und zugleich aus der Distanz eines halben Jahrhunderts protokolliert er in beinahe atemlosem Stakkato die dramatischen Jahre unmittelbar vor und während des Krieges, in deren Malstrom die Familie gerät.
Teil I seiner Romantrilogie umfasst den Zeitabschnitt bis 1941. In Teil II erreicht 1941 der Krieg Jugoslawien. Ljubljana, das vor kurzem noch König Peter zugejubelt hat, fügt sich der italienischen Besatzungsmacht, deren schmuck uniformierte Vertreter sich, zur Belustigung der ihnen nachspionierenden Buben, vor allem als Weiberhelden und Schürzenjäger hervortun. Lojze, der dreizehnjährige Ich-Erzähler, hat es zum Anführer einer Bande von Gleichaltrigen gebracht, in der man erste Erfahrungen körperlicher Liebe ebenso teilt wie die Beute kleiner Diebstähle. Ein Polizeiverhör, gefolgt von einem neuerlichen Wohnungswechsel, bereiten dem Zusammensein in der Gruppe ein Ende. Die Eltern wollen nach Deutschland umsiedeln - und lassen den Plan, weil man ihnen dafür ein nationales Bekenntnis abverlangt, wieder fallen.
Der III. Teil der Trilogie umfasst die selten thematisierten ersten Jahre des sozialistischen Jugoslawien bis zum Bruch zwischen Tito und Stalin im Jahr 1948. Am Anfang steht der Einzug der Partisanenarmee in das von den deutschen Truppen verlassene Ljubljana.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19.06.2007

Nicht weniger als das bedeutendste Romanwerk der slowenischen Literatur des späten 20. Jahrhunderts liegt hier vor, da ist sich Rezensent Reinhard Lauer sicher. Lojze Kovacic schildert in den insgesamt drei Bänden die Zeitspanne von der Emigration seiner Familie 1938 aus der Schweiz bis zu ihrer Zwangsausweisung 1945 als vorübergehende Unterstützer des Nationalsozialismus. Nur der Sohn bleibt in Ljubljana. Das Ganze sei aber nicht nur als Familienroman zu verstehen, sondern auch als "luzide" Beschreibung der prekären Lage von Zugewanderten, die sich - abgesehen von dem jungen Autor - bis zum Schluss nicht mit der neuen Umgebung und ihrer Sprache anfreunden können. Besonderen Dank bringt Lauer dem Übersetzer Klaus Detlef Olof entgegen, der den Prozess des Ankommens in Slowenien und der slowenischen Sprache "überzeugend" ins Deutsche überträgt.
Lesen Sie die Rezension bei buecher.de
Mehr Bücher aus dem Themengebiet