Linda Le

Flutwelle

Roman
Cover: Flutwelle
Dörlemann Verlag, Zürich 2014
ISBN 9783038200031
Gebunden, 320 Seiten, 24,90 EUR

Klappentext

Aus dem Französischen von Brigitte Grosse. Ein Tag, vier Personen, eine Geschichte, vier Blickwinkel. Van ist soeben in Bobigny zu Grabe getragen worden und findet im Sarg Zeit für Selbstgespräche. Seine Frau Lou hat ihn vielleicht absichtlich, vielleicht unabsichtlich überfahren. Seine Geliebte Ulma erzählt einem Psychiater ihre traumatische Geschichte. Und Laure, seine leicht verrückte Tochter, die es liebt, sich als Gothic zu inszenieren, erkennt nach Vans Tod, dass er eigentlich gar kein schlechter Vater war.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 21.03.2015

Katharina Borchardt findet den Roman der in Frankreich lebenden Linda Lê inhaltlich überzeugend. Borchardt gibt zu bedenken, dass die Autorin dem Vietnamkrieg nur eine Randrolle zugesteht, sich mit der vietnamesischen Geschichte kaum kritisch auseinandersetzt und zum Fraternisieren neigt, da sie ihr Personal der Folgegeneration entnimmt und die Figuren die kommunistische Herrschaft im Land nicht kommentieren. Dass die Autorin vor allem den Alltag im Exil und das Problem der Identität in einem neuen Land thematisiert, kann Borchardt nachvollziehen. Weniger begeistert zeigt sie sich angesichts der stilistischen Fähigkeiten der Autorin. Wieso die Geschichte aus vier verschiedenen Perspektiven erzählen und so Redundanzen riskieren? Für die Rezensentin eine fragwürdige Entscheidung.
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