Aus dem Englischen von Irmela Brender. Bislang hatte Takeo nicht gewusst, was Menschen einander antun können, nichts von den wilden Schlachten der Clans. Doch als seine Familie ermordet wird und er selbst dem Tod nur knapp entkommt, verbindet er sein Schicksal mit dem Clan der Otori. Denn Otori Shigeru selbst war es, der ihm mit dem Schlangenschwert das Leben rettete. Von ihm lernt Takeo die Bräuche der Clans. Neben Schwertkampf und Etikette widmet er sich jedoch noch anderen, dunkleren Künsten: seiner Fähigkeit an zwei Orten zugleich zu sein, sich unsichtbar zu machen, seinem außergewöhnlichem Gehör. Ohne diese Fähigkeiten würde er nicht überleben, mit ihnen aber gerät Takeo in eine Welt der Lügen, der Geheimnisse und der Rache. Und seine Liebe zu Kaede, deren Schönheit die Menschen verstummen lässt, zieht ihn noch tiefer hinein in das Ränkespiel der Clans.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 03.02.2007
Als "literarisch anspruchsvollste phantastische Buchreihe der letzten Zeit" würdigt Annette Zerpner die nunmehr vierbändige Saga "Der Clan der Otori" von Lian Hearn. Inhaltlich fällt das monumentale Werk um die Suche des jugendlichen Kriegers Takeo nach seinem Platz in der Welt ihres Erachtens zwar nicht aus dem Fantasy-Rahmen. Dafür glänzt es zu Zerpners Freude um so mehr durch seine darstellerischen Qualitäten. Überzeugend findet sie nicht nur die liebevolle Gestaltung eines feudalen Japans und die gekonnte Führung eines großen Figurenensembles sowie die genaue Zeichnung der Frauenfiguren und die ungeschönten Schilderungen des Kriegerdaseins. Mit hohem Lob gedenkt sie auch der literarischen Fähigkeiten der Autorin, die es verstehe, die historische Kultur Japans und seiner Mythen für ihre Geschichte optimal einzusetzen.
Fantastisch im wahrsten Sinne des Wortes findet Rezensentin Siggi Seuss diesen ersten Teil der Fantasy-Trilogie für Jugendliche von Lian Hearns. "Unendlich schön" und "unendlich grausam" beschreibe sie die imaginäre Welt der drei großen Clans Otori, Seishuu und Tohan, in der die zwei jugendlichen Protagonisten Takeo und Kaede agieren. Die Autorin sei eine "Kennerin japanischer Mythen und Traditionen", die es meisterhaft verstehe, ihre Erzählkunst "in lebensprallen Bildern, fantasievoll verknüpft aus Mythos und Realität" zu verpacken, schwärmt die rundum begeisterte Rezensentin.
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